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Im Rahmen unserer diesjährigen Aktivitäten
sollte der 10. Dezember eine besondere Bedeutung erhalten.
Eine gutbesuchte Veranstaltung mit internationaler Beteiligung:
Einleitende Worte der Veranstaltungsmoderation:
Ich begrüße euch zu unserer Veranstaltung
unter dem Motto Es rettet uns kein höhres
Wesen - für die Freiheit der politischen Gefangenen
weltweit", und ich bedanke mich auch bei den Referenten
und Referentinnen, die heute hierher gekommen sind.
Ich möchte am Anfang kurz etwas zur Initiative
Libertad sagen, bevor ich den Ablauf der Veranstaltung
erläutere, und bevor ich die ReferentInnen vorstelle.
Die Initiative Libertad wurde 1993 gegründet,
und zwar in Folge der Mobilisierung zum Weltwirtschaftgipfel
1992 in München. Ihr Ziel ist, eine Kampagne für
einen internationalen Kampftag durchzuführen unter
dem Motto: Freiheit für die politischen Gefangenen
weltweit. Da diese Initiative international ergriffen
werden soll, befinden wir uns seit längerem schon
in einer Vorbereitungsphase für eine internationale
Arbeitskonferenz. Der Schwerpunkt unserer Arbeit
ist momentan die Vorbereitung dieser Konferenz. Wir
wollen mit Vertreterinnen und Vertretern von fortschrittlichen
Bewegungen aus aller Welt über die politische und
soziale Entwickung, über Widerstand und Repression,
und über die Situation der politischen Gefangenen
diskutieren. Wir halten es für dringend notwendig,
die Erfahrungen der Kämpfe gemeinsam auszuwerten,
Ideen und Vorschläge für gemeinsames internationales
Handeln zu sammeln und zu verabreden. Die Idee dieser
internationalen Konferenz wurde auf dem Gegenkongreß
in München zum Weltwirtschaftgipfel im Jahr 1992
entwickelt. Es sollte die Möglichkeit geschaffen
werden, über gemeinsame Aktivitäten für
die Freiheit der politischen Gefangenen weltweit zu
diskutieren, und sie in die Praxis umzusetzen. Ein Ergebnis
dieser internationalen Arbeitskonferenz soll die Festlegung
eines internationalen Kampftages für die Freiheit
der politischen Gefangenen sein, und es soll eine Vorstellung
entwickelt werden, wie das praktisch umgesetzt werden
kann.Es gibt ein Vorbereitungskomitee für die Konferenz,
wo die Konferenz inhaltlich und organisatorisch vorbereitet
wird, und wer mehr Informationen darüber haben
möchte, alle sind herzlich eingeladen, sich daran
zu beteiligen, der kann am Informationstisch von Libertad
dort hinten am Eingang des Raumes noch mehr Informationen
bekommen.
Dieser internationale Kampftag sollte - so
wurde es bei dem Treffen in Chiapas im lakandonischen
Urwald im letzten Jahr beschlossen - der 10. Dezember
sein. Der 10. Dezember ist der internationale Tag der
Menschenrechte, deklariert von den Vereinten Nationen,
und weil wir der Ansicht sind, daß die Sache der
Menschenrechte und die Verteidigung der Menschenrechte
das Anliegen derjenigen ist, deren Rechte tagtäglich
mißachtet und unterdrückt werden, deswegen
denken wir, daß dieser Tag der Menschenrechte
von den Unterdrückten und Verfolgten weltweit selbstbestimmt
und neu erobert werden soll. Insofern haben wir auch
diese Veranstaltung heute in die Nähe zu diesem
internationalen Tag der Menschenrechte gerückt,
weil wir ihn durchaus als ein Datum, das weltweit bekannt
ist, für wichtig halten, und doch es für notwendig
erachten, eigene Akzente zu setzen.
Eine weitere Aktivität der Initiative Libertad
ist die Mobilisierung zum bundesweiten Aktionstag
am 18. März. Dieses ist ein Aktionstag für
die Freiheit der politischen Gefangenen und gegen staatliche
Repression. Und vor drei Jahren haben wir die Initiative
zu diesem Aktionstag neu aufgegriffen, und zwar in der
Tradition auch der Roten Hilfe, die schon in den 20er
Jahren diesen 18. März als einen internationalen
Aktionstag für die politischen Gefangenen durchgeführt
hat. Soviel zur Vorstellung der Initiative Libertad,
ich fasse mich kurz, weil wir hier heute abend sehr
viele Referenten haben, und ich denke, daß wir
jetzt zu der eigentlichen Veranstaltung kommen sollten.
Ich bitte alle, bevor wir beginnen,
aufzustehen, und eine Gedenkminute zum Erinnern an die
Gefallenen, Gefangenen in den Knästen, aber auch
an die Gefallenen Genossen und Genossinnen aus den revolutionären
und fortschrittlichen Kämpfen weltweit. Ich bitte
euch, aufzustehen.
Vielen Dank.
Vor drei Tagen jährte sich die Besetzung der
japanischen Botschaft in Lima durch das Kommando Edgar
Sanchez der MRTA. Dieses Kommando wollte mit der Aktion
über 400 Gefangene aus den Gefängnisgräbern
befreien. Die politischen Gefangenen der verschiedenen
Bewegungen in Peru kämpfen gegen blutige Folter
und ihre physische Vernichtung. Die Besetzung wurde
unter Einsatz ausgefeilter Hochtechnologie aus westlichen
Produktionsstätten militärisch beendet, alle
14 Mitglieder des Kommandos wurden ermordet. Das Kommando
wurde geführt von Nestor Cerpa. Heute abend an
unserer Veranstaltung nimmt die Mutter von Nestor Cerpa
teil, Felicitas Cartolini Cerpa, für die
Angehörigen der politischen Gefangenen aus Peru.
Die sogenannten Friedensverhandlungen im Nahen Osten
laufen entlang der wirtschaftlichen, politischen und
geostrategischen Interessen Westeuropas, der USA und
Israels. Tausende Gefangene sitzen nach wie vor in israelischen
Gefängnissen, neue kommen hinzu, weil der Friede
kein Friede ist, weil er die Ungerechtigkeit, Armut
und Abhängigkeit von Israel festschreibt. Zu unserer
Veranstaltung heute abend ist Samira gekommen,
vom Komitee zur Verteidigung der palästinensischen
Gefangenen in Israel. Sie kommt aus dem Flüchtlingslager
Yarmuk bei Damaskus.
Die ca. 600 politischen Gefangenen der baskischen
Unabhängigkeitsbewegung ETA sind in Knästen
über ganz Spanien verstreut. Seit Jahren schon
kämpfen sie für ihre Wiederzusammenlegung
in große Gruppen und ihre Verlegung in ihre Heimat,
ins Baskenland. Die aktuelle Situation ist sehr zugespitzt,
und heute abend ist zu uns gekommen, zu dieser Veranstaltung,
von den Gestoras pro Amnistia, Josu Barrera.
In der Türkei gibt es offiziell mehr als 30.000
Gefangene, 10.000de von ihnen sind Genossen und Genossinnen
aus türkischen und kurdischen revolutionären
Organisationen, die sich in den zahlreichen, über
die ganze Türkei verstreuten Knästen befinden.
Der Menschenrechtsverein IHD, der von Angehörigen
politischer Gefangener und AnwältInnen gegründet
wurde, setzt sich in vielen Städten der Türkei
auch für die Durchsetzung der Forderungen der politischen
Gefangenen ein. Aus der Türkei, aus Kurdistan-Türkei,
Diyarbakir, ist heute abend hier der Rechtsanwalt Mahmud
Sakar.
Die Angehörigen-Gruppe der Gefangenen aus der
Rote Armee Fraktion hat sich seit 1973/74 gegründet,
um an der Seite der Gefangenen gegen die Isolationsfolter
zu kämpfen. Mal war sie Teil von Mobilisierungen
der radikalen und revolutionären Linken, mal protestierte
sie mit nur wenig Unterstützung. Kein politischer
Zusammenhang in der Bundesrepublik Deutschland hat über
defensive Phasen und ideologische Schwierigkeiten hinweg
bis heute eine ähnliche Kontinuität politischer
Praxis an der Frage der politischen Gefangenen entwickelt,
wie die Gruppe der Angehörigen. Heute abend hier
ist Christa Klar. Sie ist Mutter von Christian Klar.
In Italien gibt es noch immer viele politische Gefangene,
und dort hat sich in den letzten Jahren zur Unterstützung
eines international weltbekannten Gefangenen eine Koordination
gegründet, um diesen Fall exemplarisch international
bekannt zu machen, zur Unterstützung des zum Tode
verurteilten Mumia Abu-Jamal gründete sich in Italien
das coordinamente nacionale contre la repressione
ass... de Mumia Abu-Jamal. Heute abend hier ist
Marie-Luisa.
Zur Initiative Libertad hab ich am Anfang bereits
etwas gesagt. Für die Initiative spricht heute
abend Andreas Vogel. Er war früher Mitglied
der Bewegung 2. Juni, und lange Jahre auch hier im Knast.
Den Ablauf der Veranstaltung haben wir uns folgendermaßen
vorgestellt: Die Referenten werden zu Fragen, die wir
ihnen vorab vorgelegt haben, kurze Referate halten,
die wir übersetzen. Die Übersetzerinnen und
Übersetzer hab ich jetzt alle nicht vorgestellt,
aber bei ihnen müssen wir uns ganz besonders bedanken,
denn sonst wäre das heute abend so gar nicht möglich.
Wir werden nach den Statements eine kurze Fragerunde
hier oben auf dem Podium machen, danach wollen wir eine
kurze Pause machen, damit auch einige, die es gerne
möchten, Rauchen können zum Beispiel, und
im Anschluß daran wollen wir eine offene Diskussion
hier auf dem Podium unter den Referenten und Referentinnen,
und auch von euch, die ihr heute hergekommen seid.
Resolution:
Wir, die GenossInnen aus
der BRD, Euskadi, Italien, Kurdistan-Türkei, Palästina
und Peru und die TeilnehmerInnen und OrganisatorInnen
dieser Veranstaltung der Initiative Libertad unter dem
Motto Es rettet uns kein höhres Wesen
verurteilen scharf die Urteile und die Inhaftierung
des gesamten Parteivorstandes von Harri Batasuna. Wir
sind solidarisch mit den Kämpfen, die die baskischen
Genossinnen und Genossen dagegen führen und erwarten,
daß Urteile und Inhaftierung nicht andauern werden.
Wir senden allen, die dagegen und für die Freiheit
von Euskadi eintreten, unsere kämpferischen Grüße
und fordern mit Ihnen:
- Sofortige Freilassung
und Aufhebung der Urteile gegen die Genossinnen und
Genossen von Harri Batasuna.
- Sofortige Verlegung aller
baskischen Gefangen nach Euskadi.
- -Schluß mit den
Deportationen und Ausweisung baskischer politischer
Flüchtlinge
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