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Drei Filme - drei Fragestellungen

 

YENI GÜNDEN, 17.3.2001

ANKÜNDIGUNG DES NEUEN FILMES VON HÜSEYIN KARABEY

Drei Filme - drei Fragestellungen

Im Rahmen des 20. Internationalen Istanbuler Filmfestivals werden im Bereich Menschenrechte drei Filme aus der Türkei gezeigt: der kurdische Dokumentarfilm "Wir sind immer Migrantinnen", der auf "hemsince" (eine Sprache, die in der Umgebung von Artvin gesprochen wird) gedrehte "Momi" sowie "Stiller Tod", der die Zerstörung der Menschen in Isolations-Gefängnissen thematisiert.
Die Dreharbeiten zu "Stiller Tod", einem 90-minütigen Dokumentarfilm von Hüseyin Karabey, fanden in Deutschland, Italien, Spanien, Irland und der Türkei statt. Desweiteren enthält er Ausschnitte aus Filmen von Amnesty International, die die Isolation in den USA beschreiben. Für den in der Türkei gedrehten Teil traf der Regisseur Karabey mit Müttern von Gefangenen, Veli Sacilik, dem im Gefängnis Burdur mit einem Bagger der Arm abgetrennt wurde, sowie dem Mitglied der parlamentarischen Menschenrechtskommission Mehmet Bekaroglu (FP) zusammen.

"Momi" erzählt die Geschichte eines neunjährigen Jungen und seiner Grossmutter (...). Es ist der erste Film, der jemals auf "hemsince" und dazu noch in 3000 Meter Höhe auf den Kackar-Bergen gedreht wurde. Obwohl der Held der Geschichte ein Kind ist, gab Regisseur Alper Özcan seinem Film den Namen "Momi", was auf "hemsince" Grossmutter bedeutet. Er habe den Film den Grossmüttern gewidmet, so Özcan, weil sie die Trägerinnen der Kulturen seien. Da es auf der Alm keinen Strom gibt, wurde der 26-minütige Kurzfilm mit Hilfe einer Autobatterie und der Nutzung von Sonnenlicht gedreht. Neben dieser filmerischen Besonderheit ist der Film auch aus soziologischer Sicht aufsehenerregend. So enthält er eine Sammlung von Volksliedern auf "hemsince". (...) Alper erklärt dazu, dass der Film keine nostalgische Annäherung an eine Kultur darstelle, sondern sich gegen die Einschwörung auf nur eine Typisierung, eine Kultur, eine Sprache richtet. (...)

"Wir sind immer Migrantinnen" ist ein Dokumentarfilm, der aus Archivarbeiten von MKM-Frauen zum Thema "Migration und Frau" entstanden ist und in dem nach Istanbul migrierte Frauen zur Sprache kommen. Der 18-minütige Kurzfilm, der unter der Regie von Zülfiye Dolu vom Frauenbereich des MKM gedreht wurde, zeigt Gespräche mit kurdischen Frauen - von reich bis arm, von jung bis alt, und von solchen, die das andere Geschlecht vorziehen. Eine von ihnen ist die Transvestitin Esmer. Die vielleicht einzige Gemeinsamkeit dieser Frauen ist die Sehnsucht nach ihren Ländern. (...) Auf dem Festival wird der Film mit türkischen Untertiteln und englischer Digitalübersetzung gezeigt.


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