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Rundreise mit Hüseyin Karabey

 

Preisgekrönter türkischer Film „Boran“ in Deutschland gezeigt
Libertad! veranstaltete mit dem Regisseur Hüseyin Karabey im November 2000 eine Rundreise

Interview Erklärung von Hüseyin Karabey nach dem Sturm auf die Gefängnisse

Das Plakat zu den Filmveranstaltungen in Deutschland:

 

 

 

 

 

 

 

Während der Dreharbeiten:

Szenen aus dem Film:

 

 

 

„BORAN“

„Kayip“ (= „vermisst“, oder: „verloren gegangen“) heißt im Türkischen das „Verschwinden“ von Personen nach der polizeilichen Festnahme. Hunderte von Menschen gelten in der Türkei noch immer als derart „vermisst“ und bilden eines der düstersten Kapitel in der langen Liste der Menschenrechtsverletzungen dieses Landes.

Eines der bewegensten Ereignisse in der Türkei bleibt der Protest der sog. „Samstagsmütter“, der Angehörigen der Verschwundenen, die sich Samstag für Samstag in einer der belebtesten Fußgängerzonen Istanbuls zusammenfanden und Aufklärung über den Verbleib ihrer Töchter, Söhne, und Geschwister forderten. 170 Wochen dauerte bis zum vollständigen Verbot ihr Protest und unzählige Male wurden sie dabei in aller Öffentlichkeit von Polizisten geschlagen, verhaftet und mit Anklagen überzogen.

„Boran“ ist die Geschichte von vier „Verschwundenen“. Drei von ihnen sind politische Menschen, deren Tod zwar feststeht, ihre Leichname aber können nicht gefunden werden. Und es ist die Geschichte von drei Müttern, die nach den Spuren ihrer verschwundenen Kinder suchen.

Der Film arbeitet fast ausschließlich, unterbrochen von nur wenigen Dialogen, mit den Mitteln des Bildes und ist eine Mischung aus Spielszenen und Originalaufnahmen der „Samstagsmütter“. Die Darsteller des Filmes sind zum Großteil die Angehörigen der „Verschwundenen“ selbst. „Boran“ ist die türkische Bezeichnung für ein kurzes, aber heftigen Gewitter, wie es typisch ist für das anatolische Hochland. „Boran“ ist aber auch der Name ein besonderen Art von Taube. Sie kann, so heisst es, nur in Freiheit leben und widersetzt sich jeder Zähmung. Wird sie gefangen gehalten, so verweigert sie die Nahrung oder tötet sich selbst indem sie unaufhörlich gegen die Wände ihres Käfigs fliegt.

„Wenn die Menschen Tauben wären, so wären die ‚Verschwundenen‘ Boran.....“, so der kurdische Regisseur Hüseyin Karabey über den Titel seines Filmes, der angesichts seiner Thematik zur allgemeinen Überraschung 1999 auf dem 5. Internationalen Filmfestival von Antalya mit dem Preis des staatlichen Kulturministeriums der Türkei für den besten Kurzflim ausgezeichnet wurde. „Boran“ belegte weiterhin auf dem Internationalen Kurzfilmfestival der Filmstudenten in Tel Aviv 1999 den 1. Platz.

Hüseyin Karabey wird bei den Filmvorführungen anwesend sein und über die Entstehung seines Filmes, die aktuelle Menschenrechtssituation und die Rolle und Schwierigkeiten einer kritischen (Film)-Kultur in der heutigen Türkei sprechen.

„Boran“, Türkei 1999, 35 mm, 30 Minuten (Original mit englischen Untertiteln), Produzent & Regisseur: Hüseyin Karabey. Musik: Grup Yorum

Die Filmveranstaltungen fanden zwischen dem 10. und 30. November u.a. in Saarbrücken, Nürnberg, Stuttgart, Jena, Bonn, Berlin und Frankfurt/Main statt. Wer Interesse an der Durchführung eines Filmabends hat, möge sich bitte an uns wenden. Ebenso können wir Gesprächs- und Interviewtermine mit dem Regisseur vermitteln.

Datum Ort/Beginn Veranstalter Info
       
Fr. 10. November Saarbrücken: 20.30 Uhr im Kino 8 ½ Nauwieserstraße, Saarbrücken Eintritt: 9,00 DM, ermäßigt 7,00 DM. Libertad!-Saarbrücken saar@libertad.de
       
So. 19. November Berlin: im Kino Babylon, Dresdner Str. 126, U-Kottbusser Tor - ab 14.30 Ausstellung, Film ca. 15.00 Uhr Libertad!-Berlin, ICAD, Dedudak berlin@libertad.de
Mi. 22. November Frankfurt/Oder:  (Ort/Termin wird noch bekanntgegeben)  
Fr. 24. November Frankfurt/Main: Einlass: 19.00 Uhr , Ausstellung - Film - Diskussion - Benefizkonzert von "Grup Yorum", Theatersaal/Uni (KOZ), Mertonstr. 1 Libertad!-Frankfurt, YXK, ffm@libertad.de
Ankündigung Fr 23.11.00 - Besprechung Özgür Politika 26.11.00
So. 26. November Stuttgart: 18.00 Uhr im Kommunalen Kino/Filhaus, Friedrichstr. 23a Bunte Hilfe Stuttgart Kleiner Bericht zur Veranstaltung in Stuttgart
Mo. 27. November Darmstadt: fällt aus    
Di. 28. Novemver Nürnberg: 20,00 Uhr in der DESI, Brückenstrasse Libertad!-Nürnberg  
       
Di. 05. Dezember Hamburg: Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP), Von Melle Park, Ausstellung vom 4.-9.12. im Café Knallhart Internationalismus-Café Hamburg Veranstaltungsreihe in Hamburg, weitere Termine
Mi. 06. Dezember Bielefeld: Mit Ausstellung 3.-6.12. AStA  
Do. 07. Dezember Bonn: 20.00 Uhr im Mozaik e.V., Im Krausfeld 7, Bonn-Altstadt Libertad!-Bonn, Kulturverein Mozaik  

 


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