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Codename
"Camus"
Schlickenrieder soll vor allem Aktionen in Nigeria und im Atlantik
torpediert und außerdem für den deutschen Bundesnachrichtendienst
gearbeitet haben
  
Ein
deutscher "V-Mann" hat jahrelang die Umweltschutzorganisation Greenpeace
infiltriert und Informationen über Protestaktionen an die Ölfirmen
Shell und BP weitergegeben.
Ein
entsprechender Bericht der Londoner "Sunday Times" wurde am Sonntag
von Fouad Hamdan, dem Kommunikationsdirektor von Greenpeace Deutschland,
bestätigt. "Ja, er hat das Vertrauen unserer Leute gewonnen", sagte
Hamdan der gegenüber der Deutschen Presseagentur dpa.
In
London angeheuert
Britische
Unterhausabgeordnete haben laut "Sunday Times" Aufklärung von Ex-Innenminister
Jack Straw verlangt. Dem Bericht zufolge wurde der aus München stammende
Manfred Schlickenrieder mit dem Decknamen "Camus" von der Londoner
Privatdetektei "Hakluyt" angeheuert.
Die
Agentur wurde dem Bericht zufolge 1995 nach dem Skandal um die Shell-Ölplattform
"Brent Spar" von ehemaligen Agenten des britischen Auslandsgeheimdienstes
MI6 gegründet.
Bekannte
Figur in linker Szene
Schlickenrieder
war während der vergangenen 20 Jahre eine bekannte Figur unter Linken
und Umweltschutzgruppen. Eine linksradikale Schweizer Organisation
hatte ihr Mitglied Ende letzten Jahres enttarnt - mehr dazu in "Agent
in revolutionärer Mission".
Im
Auftrag des BND?
Seither
steht der Münchner Filmemacher im Verdacht, unter anderem für den
deutschen Bundesnachrichtendienst BND Informationen über die terroristische
Rote-Armee-Fraktion (RAF) gesammelt zu haben.
Auch
die "Gesellschaft für Bedrohte Völker" wurde laut Hamdan von dem inzwischen
untergetauchten V-Mann bespitzelt.
Shell
und BP: "Zum Schutz"
Dem
Bericht der "Sunday Times" zufolge haben Shell und BP zugegeben, "Hakluyt"
zum "Schutz ihrer Angestellten" angeheuert zu haben. Einzelheiten
über das taktische Vorgehen der Firma seien den Konzernen aber nicht
bekannt gewesen.
Schlickenrieder
habe sich 1996/97 auf die Beobachtung von Greenpeace-Protesten gegen
die Ölförderung in Nigeria und im Atlantik konzentriert - mehr dazu
in "Kampf gegen den Ölmulti".
Greenpeace:
"Der Hund war gut"
Er
habe die Aktionen im Atlantik "richtig ins Leere laufen lassen" und
BP seine Filme zugespielt, erklärte Hamdan. "BP wusste alles und war
nie überrascht." Gegenüber der "Sunday Times" sagte Hamdan über den
Spitzel: "Der Hund war gut, das muss man zugeben."
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