Erklärung
einer deutschen Genossin
Ich lernte Manfred
Schlickenrieder 1994 durch meine Tätigkeit als Übersetzerin
kennen. Da mich die scheinbare politische Ausrichtung seiner Arbeit
ebenso interessierte wie das Medium Film, kam es nach und nach zu
einer engeren Zusammenarbeit. Dadurch erhielt ich mehr Einblick
in sein Tun als viele andere. Schon zu einem relativ frühen
Zeitpunkt gab es einiges, was mir seltsam vorkam. Zunächst
gelang es ihm, mir einzureden, dies sei auf meine mangelnde politische
Erfahrung - insbesondere mit der "Praxis der 70er Jahre"
- zurückzuführen.
Mit der Zeit
häuften sich die Verdachtsmomente (ich fand sogar Dokumente,
die eigentlich für sich sprechen), aber ich brauchte noch lange
Zeit, um sie wirklich zu verifzieren. Dies hat viele Gründe
- beispielsweise achtete er sehr darauf, dass ich keine eigenen
Kontakte zu Menschen aufbaute, die ich durch die Zusammenarbeit
mit ihm kennenlernte; ausserdem redete er mir ein, wegen der übrigen
gruppe 2-Mitglieder (die ich niemals kennenlernte) höchst konspirativ
vorgehen zu müssen; und so weiter. Kurz und schlecht: er erreichte
auf diese Weise, dass ich mit niemandem im Klartext über meine
Zweifel sprach. Nachdem es mir im Sommer 2000 gelungen war, mir
genügende Klarheit über seine Rolle zu verschaffen, übergab
ich das (wenige!) Material, das ich kopiert hatte, den GenossInnen
vom Aufbau.
Im Nachhinein
ist man immer klüger - heute weiß ich, dass ich bereits
seit langem Beweise für seine Agententätigkeit hatte.
Ich habe viele Fehler gemacht, und es ist für mich sehr schmerzhaft
zu wissen, dass meine Gegenwart bei vielen Gelegenheiten seine Glaubwürdigkeit
noch gestützt hat. Aber ich kann es heute leider nicht mehr
ändern, sondern nur versuchen, nie wieder solche Fehler zu
machen. Und ich bin fest überzeugt, dass mir das auch gelingen
wird. Vor allem wünsche ich mir, das Vertrauen der Menschen
zurückzugewinnen, die mir jetzt mit zwiespältigen Gefühlen
begegnen. Und auch selbst irgendwann wieder vertrauen zu können.
Ich bin gerne
bereit, mich den Fragen von GenossInnen zu stellen - obwohl manches
sehr schwer, mühsam und langwierig zu vermitteln sein wird.
3.4.2001
********************************************************************
Revolutionärer Aufbau Schweiz
Revolutionärer
Aufbau Zürich, Postfach 8663, CH-8036 Zürich
Kommunistischer Aufbau Basel, Postfach 81, CH-4007 Basel
Kontaktadresse Bern: Postfach 553, CH-3000 Bern 22
mail: rev_aufbau@gmx.ch
homepage: http://www.aufbau.org
*******************************************************************