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Im Dschungel der Städte, in den Bergen Kurdistans

Leben und Kampf von Andrea Wolf - eine Dokumentation

Eine wichtige Anstrengung in der radikalen Linken - wie in jeder emanzipativen Bewegung - war und ist und bleibt gegen das Vergessen zu handeln, zu leben und zu schreiben. Gegen Mainstream und Herrschaftswissen. Auf eine eigene Geschichtsschreibung mit ihren unvermeidbaren kleinen Fehlern und subjektiven Eitelkeiten zu bestehen. Denn nur dann entsteht ein Gefühl für Beweggründe, warum Menschen so und nicht anders handeln, und für Situationen, in denen Menschen stecken, wie sie Unterdrückung empfinden und sich auflehnen - was mehr ist, als reine Fakten aufzuzählen.
Andrea Wolfs Tagebuchaufzeichnungen, die sie in Kurdistan gemacht hat sind Teil der Dokumentation. Sie bieten einen persönlichen und damit in dieser Form ungewohnten Blick auf die Guerilla und den Krieg. Sie vermitteln auf schmerzlich direkte Weise aber auch, wie intensiv Andrea an dem militärischen Konflikt, wie sich die westliche Mediensprache gerne ausdrückt, teilnahm. Aus ihnen spricht nicht das Pathos des Heldentums. Mit der fatalen Alltäglichkeit von Krieg und Tod konfrontiert, besteht sie vielmehr auf praktischer Solidarität, die sie dort leben wollte. Vielleicht ist das Wort zu beladen - und trotzdem, die Dokumentation enthält vieles von Andrea, was einem Vermächtnis gleicht für Freunde und alle, die es interessiert, warum eine mitteleuropäische weisse Frau an die Notwendigkeit von revolutionären emanzipativen Bewegungen glaubt und alles daran setzt, einen revolutionären Weg zu gehen.
Als sie das erste mal in den Knast kam mit sechzehn und sie gegen die schikanösen Zustände dort rebellierte, schon damals schrieb sie Tagebuch und Briefe: Den repressiven Staat im Mantel der hochgeschätzten Demokratie hatte sie schon damals als Verursacher ungerechter Verhältnisse ausgemacht, die sie nicht widerstandslos hinnehmen wollte. Die Dokumentation versucht auch, den politischen und persönlichen Zusammenhängen gerecht zu werden, in denen sich Andrea Wolf engagiert hat, so dass sich das Ganze wie eine kleine exemplarische Zeitgeschichte der 80er- und 90er-Jahre liest.
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