[ zur
Andrea-Seite ]
[ zur IUK-Seite
]
[ Rundbrief 3
]
![]() |
«Wir haben zu spät von der Operation erfahren»
Bericht von Zeynep Firat an die PKK-Regionalleitung der Provinz Botan
Am 20. Oktober
1998 begann eine Operation, die Gebiete Beytüssebap, Catak, Farasin umfassend.
An dieser Operation beteiligte sich eine sehr große Zahl von Soldaten,
Sondereinheiten, Dorfschützern und Konterguerillas. Weil die Operation
sehr plötzlich begann, haben wir zu spät davon erfahren. (...)
Als der Feind feststellte, wo sich unsere Einheit befand, umzingelte er uns
von allen vier Seiten und zog seinen Ring immer enger. Gegen 11 Uhr hatten
die feindlichen Kräfte sich uns schon sehr genähert. Die Auseinandersetzungen
fingen an, nachdem wir die feindlichen Kräfte mit Handgranaten angriffen.
Jetzt war uns der Feind sehr nah. Bei unserem ersten Angriff wurden sehr viele
Soldaten getötet. Danach griff uns der Feind vor allem mit Kobras an
und tötete viele Freunde. Der Abstand zwischen dem Feind und uns betrug
etwa 50 m. Während dieser Kämpfe haben die Freunde einen sehr großen
Widerstandsgeist gezeigt (...) Auch die deutsche Freundin Ronahi wollte etwas
tun, um die anderen zu retten. Die Durchbruchsversuche der Freunde waren (aber)
erfolglos, weil uns der Feind mit Kobras und schwerem Gerät beschoss
und der Ort (zur Verteidigung) ungeeignet war. (...)
Wir vier waren in dem Unterschlupf geblieben. Zuvor forderte uns der Feind
von oberhalb unserer Zufluchtsstelle mit Drohungen zur Aufgabe auf. Dadurch
hat er es geschafft, dass einige von uns hinausgingen. Auch Freundin Ronahi
war hinausgegangen, ohne zu überblicken, was geschah. Kurze Zeit später
hörte ich ein Geschrei des Feindes - sie wurde mit einer Salve getötet.
Danach hörten wir ihre Stimme nicht mehr. (...)
Die Leichen unserer Freunde waren zerstückelt. Die Leiche der Freundin
Ronahi war nackt und lag in einigem Abstand zu den Leichen der anderen Freunde.
Der Feind hatte die Leiche der Freundin geschändet, an der Leiche waren
Gewalteinwirkungen zu sehen. Einen Freund hatten sie mit Benzin übergossen
und verbrannt. Den anderen Gefallenen waren Köpfe, Nasen, Ohren, Lippen
und Finger abgeschnitten worden. (...)
6. November 1998
© MachWerk 2000