Internationale
Konferenz für die Freiheit aller politischen
Gefangenen weltweit!
Befriedung
oder Befreiung? Perspektiven internationaler Solidarität
Berlin, 1. - 5.
4. 1999
Organisationskomitee
Konferenzbüro
Yorkstr. 59
10965
Berlin
Rundbrief an alle Anti-WWG-/EU-Gipfel-Initiativen
(Oktober 1998)
Liebe GenossInnen, liebe FreundInnen!
Wir möchten euch auf diesem Wege mitteilen,
wie und mit welchen Zielen wir uns an den den Aktivitäten
und der Mobilisierung gegen den G7-/EU-Gipfel im Juni
1999 beteiligen.
Leider konnten wir bisher kaum an den bundesweiten
Treffen teilnehmen. Das war kein Ausdruck von Desinteresse.
Wie für viele Initiativen gilt auch für
unsere, daß Vorhaben und Leistbares Pole bilden,
die nicht immer zusammen passen.
Eine initiatorische Rolle innerhalb der Anti-WWG-/EU-Gipfel-Mobilisierung
werden wir die nächsten Monate auch nicht einnehmen
können.
Aber unser Projekt, das unsere ganze Anstrengung
beansprucht, steht aus unserer Sicht im unmittelbaren
Zusammenhang mit dieser Mobilisierung.
Wir bereiten für Ostern 1999 (1.-5.April)
in Berlin eine internationale Arbeitskonferenz unter
der Themenstellung Befriedung oder Befreiung?
Perspektiven internationaler Solidarität
vor. Es geht um Fragen internationaler Diskussion,
Zusammenarbeit und Vernetzung für die Freiheit
aller politischen Gefangenen weltweit. Ausgerichtet
wird diese Konferenz von einem internationalen Organisationskomitee.
Diesem gehören bisher neben der Initiative Libertad!
und dem deutschen Organisationskomitee an: Adameer
aus Palästina, das Coordinamente Mumia Abu Jamal
aus Italien, die Gestoras pro Amnestia aus dem Baskenland.
Vielleicht nicht ganz uninteressant ist die Entstehungsgeschichte.
So wie die Initiative Libertad! ist auch diese Konferenz
ein Ergebnis der Anti-WWG-Mobilisierung vor sieben
Jahren. Im Forum I Menschenrechte und Demokratie
in der Neuen Weltordnung des Münchener
Gegenkongresses 1992 begann eine internationale Diskussion,
die nunmehr mit der Berliner Konferenz fortgesetzt
wird. 1992 wurde von den in München anwesenden
internationalen Organisationen (FMLN aus El Salvador,
MLN-Tupamaros aus Uruguay, NDF von den Philippinen,
MLN-Puerto Rico) ein gemeinsamer internationaler Kampftag
für die Freiheit aller politischen Gefangenen
weltweit verabredet. Eine internationale Diskussion
und vernetzung sollte organisiert werden.
Ein langer, auch mühevoller Weg von München
'92 nach Berlin '99 über verschiedene Etappen:
der jährliche 18. März als bundesweiter
Aktionstag Solidarität mit den politischen
Gefangenen und gegen staatliche Unterdrückung
seit 1995, dem internationalen Tag der Solidarität
mit den politischen Gefangenen weltweit am 10. Dezember
seit 1997 usw usf. Und ob Zufall oder nicht, die Berliner
Konferenz findet im gleichen Jahr wie das G7-Treffen
in Deutschland statt.
In den Monaten vor dem G7-/EU-Gipfel ist das auch
unser Beitrag zur Mobilisierung. Wir werden in allen
Aktivitäten und Publikationen diesen Zusammenhang
herstellen und für eine starke Mobilisierung
nach Köln eintreten. Zum Beispiel in den Aktionen
rund um den internationalen Solidaritätstag am
10. Dezember und dem bundesweiten Aktionstag 18. März.
Vor der berliner Konferenz, während und danach
werden wir zahlreiche Infotreffen und Veranstaltungen
in den verschiedensten Städten durchführen.
An der internationalen Arbeitskonferenz in Berlin
werden aus zahlreichen Trikont- und Metropolenländern
aus allen Kontinenten Vertreter/innen von Basisbewegungen,
Befreiungsorganisationen, Solidaritätskomitees,
Menschenrechtsvereinen und Angehörigengruppen
teilnehmen.
Das wäre auch eine Möglichkeit für
eure Gruppe oder Initiative: Wir könnten gemeinsame
Rundreisen mit lokalen Veranstaltungen organisieren.
Das würde der berliner Konferenz, genauso wie
der Mobilisierung gegen den WWG-/EU-Gipfel nutzen.
Wer also Interesse hat, sollte sich bei uns
melden. Wir würden uns auch freuen, wenn ihr
den internationalen Aufruf zur berliner Konferenz
mit verbreiten könntet.
Noch ein paar Worte zur Anti-WWG-/EU-Gipfel-Mobilisierung.
Wir treten - wie auch schon 1992 in München -
für die Einheit von Diskussion und Aktion ein.
Es ist uns wichtig, daß die Veranstaltungen,
Gegenkongresse etc. nicht abgekoppelt entwickelt werden
von Aktionstagen, demonstrationen und anderen Straßenaktivitäten.
Eine ausschließlich akademische Diskussion
hat aus unserer Sicht kaum einen Nutzen; es wäre
bestenfalls ein Appell an die Herrschenden. Charakteristisch
sollte sein, daß die Diskussion von unten Ziel
ist, die Verständigung von Basis- und Befreiungsprojekten
unter den Aspekten Analyse der herrschenden Verhältnisse
in der Welt, ihre Kritik und die Entwicklung von Widerstandsperspektiven.
Wichtig ist uns auch - quasi als Fortsetzung von
München '92 -, daß die Fragen von Demokratie
und Menschenrechte auch in Köln ihren Platz
haben. Da könnten wir mit den Diskussionen, Ergebnissen
und Vorhaben aus der berliner Konferenz auch hinein-
und mitwirken.