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Auf
zur internationalen Konferenz
"Perspektiven der Solidarität
mit den politischen Gefangenen"
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[ spanische Fassung ]
Informationsblatt des Organisationskomitees
zum Stand der Vorbereitungen: 15.6.1998
Lang ist's her: Im Frühjahr 1993 gründeten
verschiedene Gruppen und einzelne Personen aus der radikalen
Linken, den Initiativkreis Libertad! Ziel des Initiativkreises
ist es eine Kampagne für einen internationalen
Kampftag für die Freiheit der politischen Gefangenen
weltweit in Gang zu setzen.
Diese Idee konkretisierte sich im Schwung der Mobilisierung
gegen den Weltwirschaftsgipfel in München 1992
zusammen mit Vertreter/innen aus Befreiungsbewegungen
verschiedener Ländern. Mit dem Initiativkreis Libertad!
war für diese Idee die organisierende Struktur
auf deutscher Seite geschaffen.
Internationaler Kampftag als ein Ausdruck der Internationalisierung
der Kämpfe um die Freiheit der politischen Gefangenen,
das geht in unserer Vorstellung nur aus einer Kampagne,
die in ihrem Aufbau schon aus einem gemeinsamen internationalen
Diskussions und Mobilisierungsprozeß entsteht.
Darin sind in letzter Zeit einige Entscheidungen auf
den Weg gekommen:
1. 1996 wurde bei dem Internationalen Treffen zu dem
die EZLN nach Chiapas /Mexiko eingeladen hatte, der
10. Dezember als Datum für den internationalen
Kampftag für die Freiheit der politischen Gefangenen
weltweit beschlossen. Diese Verabredung blieb jedoch
unverbindlich. Auch wenn in vielen Ländern an diesem
Tag Initiativen und Aktionen von vielen, denen die Menschenrechte
vorenthalten werden, ergriffen werden - von der möglichen
politischen Wirkung und Durchschlagkraft eines gemeinsam
organisierten internationalen Kampftages sind wir noch
weit entfernt.
1948 wurde am 10. Dezember die Deklaration der Menschenrechte
durch die UNO verabschiedet. Dieses Ereignis wird sich
1998 zum 50sten Mal jähren. Von herrschender offizieller
Seite wird es dann rund um den Globus tönen, daß
das kapitalistische System - das beste aller Systeme
- der wahre Hüter der Menschenrechte sei.
Höchste Zeit also, daß dieser Tag weltweit
von den Unterdrückten und Verfolgten selbstbestimmt
und international gemeinsam organisiert gestaltet wird.
In den Kämpfen aller, deren Würde aufgrund
der herrschenden Lebensbedingungen mit Füßen
getreten wird, werden Menschenrecht definiert als das
Recht auf Leben unter Bedingungen, die ein Leben als
Menschen möglich machen. Denn die Sache der Menschenrechte
ist die Sache von allen, die darum kämpfen Und
der Kampf um Menschenrecht ist letztlich ein Kampf um
die Aufhebung der kapitalistischen Bedingungen, in denen
sie nicht zu verwirklichen sind.
2. Im Sommer 1997 wurde das Organisationskomitee zur
Vorbereitung einer internationalen Konferenz Freiheit
für alle politischen Gefangenen weltweit
gegründet. Es soll die Teilnahme aller in der BRD
ansässigen Gruppen und Organisationen an den Diskussionen
und der praktischen Vorbereitung möglich machen.
Über den Initiativkreis Libertad hinaus haben sich
dazu bisher der Informationsdienst Schleswig-Holstein,
das Solidaritätskomitee Ramos Vega und die Informationsstelle
Kurdistan zusammengeschlossen. Verbindliche Mitarbeit
ist nicht nur möglich, sondern erwünscht!
3. 1997 lud der Initiativkreis Libertad! in zeitlicher
Nähe zum 10. Dezember zu einer Veranstaltung für
die Freiheit der politischen Gefangenen weltweit mit
internationaler Beteiligung ein.
Vertreter/innen von Gestoras Pro Amnestia aus dem
Baskenland, vom Coordinamente nationale Mumia Abu-Jamal
aus Italien, vom Komitee zur Verteidigung der palästinensischen
Gefangenen in Israel ADDAMEER aus Syrien, von der Menschenrechtsorganisation
IHD aus der Türkei, von Angehörigen der politischen
Gefangenen in Peru und von Angehörigen der politischen
Gefangenen in der BRD berichteten über die Situation
der politischen Gefangenen und der Solidaritätsarbeit
in den verschiedenen Ländern.
Positiv sprachen sie sich für den Vorschlag aus,
eine internationalen Konferenz durchzuführen, um
neue Perspektiven der internationalen Solidarität
mit den politischen Gefangenen weltweit zu eröffnen.
Dazu der Vertreter von Gestoras pro Amnestia: Was
unsere Beteiligung an einer internationalen Konferenz
für politische Gefangenen angeht, wir finden diese
Idee nicht nur interessant, sondern auch was die Erfahrungen,
das Durchlebte in der letzten Zeit angeht auch für
notwendig. Wir und auch die Gefangenen haben uns in
der Situation einer Machtlosigkeit befunden, z.B. auch
bei den Hungerstreiks von PCE( r ) und GRAPO vor einigen
Jahren, was es an Streiks und Aktionen gab in der Türkei,
in Palästina, in Peru, in Mexiko, in Argentinien,
deshalb ist es auch wichtig, so eine internationale
Konferenz zu machen, um auf einen Minimalkonsens zu
kommen, um irgend etwas gemeinsames zu haben, ein Netzwerk
zu gründen.
Der Vertreter des IHD sagte: Es ist wichtig,
daß eine internationale Konferenz für die
politischen Gefangenen einberufen wird, und ein Vorbereitungskomitee
sollte diese Konferenz vorbereiten, und es sollten Arbeitsgruppen
gegründet werden, die mit dem Vorbereitungskomitee
arbeiten. ... Ich denke es sollte eine allgemeine Sprache
vorhanden sein. Bei den Forderungen sollte man für
die politischen Gefangenen nicht um Gnade bitten, um
Amnestie unbedingt bitten, sondern ihre politischen
Forderungen unterstützen und legitimieren. Widerstand
ist ein Recht für diejenigen, die unterdrückt
werden, also Widerstand zu leisten ist ein allgemeines
Recht, ein globales Recht.
4. Ende April 1998 richteten Genoss/innen vom Coordinamente
nationale Mumia Abu-Jamal ein Folgetreffen mit auf der
Veranstaltung in Frankfurt anwesenden Vertreter/innen
in Florenz aus. Das internationale Komitee gegen das
Verschwindenlassen (ICAD) nahm zusätzlich dort
als Beobachter teil.
Bei dieser erneuten Zusammenkunft wurde ein internationales
Vorbereitungskomitee für eine erste internationale
Konferenz für die Freiheit der politischen Gefangenen
weltweit gegründet.
Beteiligt sind daran bis jetzt aus dem Baskenland
Gestoras Pro Amnestia, aus Deutschland Initiativkreis
Libertad! und das im Sommer 1997 gegründete Organisationskomitee
zu Vorbereitung der internationalen Konferenz , aus
Italien Coordinamente nationale Mumia Abu-Jamal und
das Komitee zur Verteidigung der palästinensischen
Gefangene in Israel ADDAMEER. Mit dem IHD aus der Türkei
werden weiter Gespräche geführt und wir hoffen,
daß sie sich trotz und gerade wegen ihrer schweren
Situation beteiligen können.
In der zweitägigen Diskussion wurden von den
Anwesenden inhaltliche und organisatorische Vorschläge
für die Konferenz ausgetauscht.
Zu der Konferenz sollen Befreiungsbewegungen, Solidaritätsorganisationen
und Basisbewegungen eingeladen werden. Einige haben
ihre Teilnahme schon zugesagt: so die Madres de Plaza
del Majo aus Argentinien, die MLN Tupamaros aus Uruguay
und das Solikomitee Georges Balafas aus Griechenland.
Außerdem wurde die Wichtigkeit betont Beiträge
von politischen Gefangenen selbst zu integrieren.
Die Konferenz wird Ostern 1999 in Italien, Baskenland
oder Deutschland stattfinden. Die Entscheidung über
den Konferenzort wird das internationale Vorbereitungskomitee
Ende Juni auf einem seiner ab jetzt regelmäßig
stattfindenden Treffen fällen. Darüber hinaus
soll dann auch ein Vorschlag für die inhaltliche
Schwerpunkte der Diskussionen auf der Konferenz verabschiedet
werden. Einigkeit besteht darin, daß die Internationalisierung
der Kämpfe für die politischen Gefangenen
notwendig ist.
Mit politische Gefangene sind Gefangene aus verschiedenen
Kämpfen und Bewegungen - aus Widerstands-, Befreiungs-
und Basisprozessen in aller Welt, aus den Klassenkämpfen
für die Abschaffung der Klassengesellschaft gemeint.
Solidarität ist für uns unteilbar - sie gilt
allen politischen Gefangenen egal ob sie aus bewaffnet
kämpfenden Organisationen oder aus anderen kommen.
Die Weichen sind gestellt: Die erste internationale
Konferenz für die Freiheit der politischen Gefangenen
soll ein Schritt in einem langfristigen internationalen
Diskussions und Aktionprozeß sein.
Beteiligt Euch an den Vorbereitungen!
Libertad! und das deutsche Organisationskomitee bieten
allen Gruppen und Organisationen an, auf Treffen oder
Veranstaltungen über die Hintergründe und
den aktuellen Stand der Konferenz zu berichten.
Libertad! / Organisationskomitee
...
eMail:...
Internet: http://www.libertad.de
Spendenkonto: ...
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