deportation.class
stop!
http://www.deportation-alliance.com
c/o
»kein mensch ist illegal«
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63450 Hanau
Tel./Fax
06181-184892
Email: kmii-rm@gmx.de
Pressemitteilung
24.10.2001
Abschiebungen:
Mit unlauteren Mitteln geht die Lufthansa gegen ihre Kritiker vor.
Am 17.10.01
ließ die Staatsanwaltschaft Frankfurt nach einer Anzeige der
Lufthansa AG die Räume der Initiative Libertad! sowie die Wohnung
des Domain-Inhabers der Webseite www.Libertad.de
durchsuchen.
Libertad hatte
gemeinsam mit der Kampagne kein mensch ist illegal zu einer Online-Demonstration
gegen das Abschiebegeschäft aufgerufen, durch die am 20.o6.01
die Webseite der Lufthansa AG zeitweise blockiert worden war. Nach
Angaben der Staatsanwaltschaft hatten mehr als 13.000 Menschen an
der Online-Demo teilgenommen. Bei der gewaltsamen Durchsuchung wurden
zahlreiche Türen aufgebrochen und neun Rechner beschlagnahmt.
"Typisch,"
meinte dazu Jan Hoffmann, Sprecher der deportation.class-Kampagne,
"sobald sich die Lufthansa mit demokratischem Massenprotest
konfrontiert sieht, ruft sie nach der Staatsgewalt." Dazu passe
bestens, dass sich die Lufthansa nach wie vor weigere, eine klare
Position gegen die menschenrechtswidrigen Abschiebungen zu beziehen.
Ihre finanzielle Überlegenheit versucht die Lufthansa AG auch
im Prozeß gegen die gemeinnützige Forschungseinrichtung
"Forschungsgesellschaft Flucht und Migration e.V." (FFM)
in Berlin auszuspielen. Im Juni 01 hatte die Lufthansa eine einstweilige
Verfügung gegen den Verein erwirkt, die jedoch vom LG Frankfurt
am 12.Juli wieder aufgehoben wurde. Die Lufthansa fordert von FFM
wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung die Löschung
der Internet-Seite www.deportation-class.com.
FFM ist jedoch
weder Inhaber der Internet-Domain deportation-class.com, noch hat
FFM inhaltlichen oder technischen Einfluß auf die Webseite.
Das LG Frankfurt wies daher den Antrag auf Erlaß der einstweiligen
Verfügung zurück. Mehr als 10.000 DM überwies die
Lufthansa den Anwälten von FFM. Doch die Lufthansa läßt
nicht locker und legte Berufung zum OLG Frankfurt ein, wo am 29.Januar
02 neu verhandelt wird. "Die Lufthansa AG weiss, dass meine
Mandanten mit der Webseite nichts zu tun haben und sie nicht löschen
können," erklärte Rechtsanwältin Gisela Seidler,
die FFM vertritt, "Offenbar will die Lufthansa AG ihre KritikerInnen
einschüchtern, indem sie eine Gruppe exemplarisch durch hohe
Prozeßkosten zu ruinieren versucht."
"Die Lufthansa
AG soll nicht glauben, dass wir mit unseren Protesten bereits am
Ende sind. Nach z.T. erfolgreichen Aktionen gegen andere Fluggesellschaften
wie die rumänische Fluggesellschaft Tarom, die ihre Charterabschiebungen
deshalb eingestellt hat, werden wir jetzt auch der Lufthansa AG
wieder mehr Aufmerksamkeit schenken", sagt Jan Hoffmann, "bereits
jetzt führt die Durchsuchungsaktion bei Libertad! zu breiter
Solidarisierung unter Menschenrechtsorganisationen". So bekannte
sich Hans Branscheidt von der in Frankfurt ansässigen Organisation
medico international zur Teilnahme an der Online-Demonstration und
rief zu Selbstanzeigen der Aufrufer und TeilnehmerInnen auf, während
die Organisation "United against Racism" (Österreich)
eine Fax- und Email-Kampagne startete. Für November und Dezember
kündigte kein mensch ist illegal weitere Aktionen gegen die
Lufthansa AG an.
Jan Hoffmann
Weitere Informationen:
http://www.libertad.de/
http://germany.indymedia.org/
http://united.action.at/
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