Frankfurt
am Main, den 17.10.2001
Pressemitteilung
Demonstrationsrecht
verteidigen - auch online!
JungdemokratInnen/Junge
Linke verurteilen die heutige Polizeirazzia
in Büroräumen der Initiative Libertad!
und der Wohnung eines ihrerMitarbeiter in
Frankfurt am Main aufs Schärfste. Bei
denDurchsuchungen wurden Türen aufgebrochen,
PCs und Unterlagen beschlagnahmt sowie auch
benachbarte Büroräume anderer
Organisationen durchsucht. Es entstand erheblicher
Sachschaden.
Hintergrund der Razzia ist die Online-Demonstration
gegen www.lufthansa.com am 20. Juni 2001,
zu der die Initiative Libertad! und 150
weitere Organisationen aufgerufen hatten.
Mit der Internet-Aktion protestierten über
13.000 AbschiebegegnerInnen gegen Abschiebungen
mit der Deutschen Lufthansa AG. Sie fand
im Rahmen einer internationalen
Kampagne unter dem Titel "deportation.class"
statt, mit der das Geschäft von Fluggesellschaften
mit Abschiebungen kritisiert wird. Die Lufthansa
behauptet einen nicht näher bezeichneten
wirtschaftlichen Schaden durch die Zugriffe
auf ihre Internet-Seiten. Die Online-Demonstration
wurde ordnungsgemäß angemeldet,
sie wird nun aber durch die Polizei als
Nötigung betrachtet und damit als Straftat
verfolgt.
Danielle
Herrmann, Bundesvorsitzende des parteiunabhängigen
politischen Jugendverbands JungdemokratInnen/Junge
Linke, erklärt dazu:
"Das Demonstrationsrecht gilt auch
im Internet. Nur weil es sich bei Online-Demonstrationen
um eine moderne Form des Protests handelt,
dürfen diese nicht kriminalisiert werden.
Wenn sich Unternehmen und Behörden
im Internet darstellen und ihren Geschäften
nachgehen, muss es dort auch Raum für
Kritik geben. Ein vermeintlicher wirtschaftlicher
Schaden durch legale Zugriffe auf Internet-Seiten
kann dem Demonstrationsrecht nicht entgegen
stehen. Die strafrechtliche Verfolgung der
Beteiligten an der Online-Demonstration
gegen Lufthansa ist darum ein schwerwiegender
und völlig haltloser Eingriff in die
grundrechtlich geschützte Demonstrationsfreiheit.
Sie ist ein unerträglicher Ausdruck
polizeistaatlichen Denkens. Alle, die sich
für Demokratie und Menschenrechte einsetzen,
sind aufgerufen, sich dieser Beschneidung
der politischen Freiheitsrechte entgegen
zu stellen."
Danielle
Herrmann, 0179 - 499 62 98
JungdemokratInnen/Junge
Linke
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