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Aufruf von Hans
Branscheidt, medico international, anlässlich der Kriminalisierung
der Onlinedemonstration gegen die Lufthansa
(Ich will mich
an dem Protest beteiligen - >> hier
starten)
ZWEIHUNDERTFÜNFZIG
WERDEN MEHR
Eine der gelungensten
und integersten demokratischen Aktionen ereignete sich im Juni 2001,
Initiiert für die der Öffentlichkeit des virtuellen Netzes.
Von 150 namhaften Organisationen aus den Sphären der Menschenrechtsarbeit,
der Asylpolitik, von Gewerkschaften und NGO's begrüßt,
gefördert, mitgetragen und vor allem aufgerufen, beteiligten
sich schließlich 13 000 Menschen an der Aktion gegen die Deutsche
Lufthansa: im vereinten Protest gegen die routiniert vollzogene
Abschiebungspraxis.
Millionenfach
tätigten demokratische Menschen entschiedene "Klicks"
wählten kumulativ die Webseite der Lufthansa an, die dadurch
zeitwillig blockiert wurde. Nun behauptet die Lufthansa eine dadurch
verursachte wirtschaftliche Schädigung und meint vor allem
aber ein Geschäft, dass ihr dadurch zu entgehen droht, wenn
es ihr unmöglich gemacht werden sollte, weiterhin lukrative
Zwangabschiebungen von gefesselten Passagieren samt den regulär
zwei beamteten Begleitern durchführen zu können. Mitte
des Jahres schon hatte die Pilotenvereinigung Cockpit und zugleich
auch die ÖTV ihren Mitgliedern empfohlen, die Mitnahme von
Personen zu verweigern, die sich gegen ihre Verschubung wehren oder
gefesselt sind.
Gegen diese
Aktion und gegen deren demokratische Intention haben nun am 17.
Oktober Polizei und Staatsanwaltschaft zugeschlagen. Den Verantwortlichen
der beteiligten Internet-Domains www.libertad.de und www.sooderso.de
wurde ein gegen sie eingeleitetes Verfahren wegen Nötigung
(§ 111, 240 StGB) zur Kenntnis gebracht. Büroräume
wurden verwüstet, Computer beschlagnahmt und ein nennenswerter
wirtschaftlicher Schaden verursacht. Und irgendwo im Hintergrund
wird auch der deutsche Repressions-Präzeptor Otto Schily Regie
geführt haben.
Die Onlinedemonstration
gegen die Lufthansa hat nicht mehr und nicht weniger realisiert
als das, was die soeben beendete UN-Konferenz gegen Rassismus in
Durban nicht nur gefordert, sondern als Praxis allen Bürgerinnen
und Bürgern der Welt und den NGO's verpflichtend auferlegt
hat. Die moralische Legitimität und die von den Vereinten Nationen
gestützte Legalität des Protest gegen die Lufthansa darf
nicht in Deutschland in Straftat und Verbrechen umgewandelt werden.
Als einer der
Unterzeichner und Aufrufer der Onlinedemo bitte ich Sie ganz herzlich,
ihr persönliches Veto einzulegen - gegen den Abbau von demokratischen
Rechten und Pflichten, die im aktuellen Kontext des planmäßigen
Beseitigung von Bürgerrechten durch "Sicherheitspakete"
folgenreich erkennbar wird. Beteiligen Sie sich unverzüglich
an einer Kampagne des demokratischen Einspruchs bei den Polizeien
und Staatsanwaltschaften. Richten Sie denselben Protest an die Lufthansa.
Per Fax, per eMail, Brief oder Telefonat:
Deutsche Lufthansa
AG, Vorstandsvorsitzender Jürgen Weber. eMail: juergen.weber@dlh.de
Von-Gablenz-Strasse 2-6, 50679 Köln,
Pressestelle Konzern und Passage
Tel: 069 696 2999, Fax: 069 696 95428
Amtsgericht
Frankfurt
Gerichtsstraße 2 60313 Frankfurt
Tel: 069 13 67 01, Fax 069 - 13 67 20 30
Staatsanwaltschaft
Frankfurt
Konrad Adenauer Str. 20
60313 Frankfurt/Main
Fax 069 - 13 67 21 00
Polizeipräsidium
Frankfurt. eMail: ppffm-presse@t-online.de
Spenden Sie unbedingt und bitte großzügig auf das Libertad!-Konto.
Damit die Arbeit weitergeht. Damit sofort der wirtschaftliche Schaden
und die Beschlagnahme der technischen Kommunikationsgeräte
kompensiert wird.
Damit vor allem
aus der primären Aktion der Onlinedemo, die nun inkrimiert
wird, sinnvoll die zweite Kampagne hervorgeht: um die Zwangsabschiebungen
nun erst recht zu verhindern, und zugleich jetzt darüber hinaus
die Freiheit der Versammlung im Internet zu erkämpfen.
ZWEIHUNDERTFÜNZIG
WERDEN MEHR! - Der Stein, den sie aufgehoben haben, soll auf ihre
eigenen Füße fallen.
Frankfurt am
Main 18.10.2001,
Hans Branscheidt, medico international
P.s.: Zu prüfen
ist die Wirkung und die Umstände einer eventuellen Selbstanzeige
der Repräsentantinnen und Repräsentanten der 150 (und
mehr) Organisationen und Träger des Aufrufs zur Onlinedemo.
Sie könnten uns bitte mitteilen, ob Sie potentiell dazu bereit
wären. Wobei wir erst nach verbindlicher Rücksprache mit
Ihnen auf die Verwirklichung einer solchen Maßnahme zu sprechen
kämen.
SPENDENKONTO
Förderverein Libertad! e.V.
Ökobank, BLZ 50090100
Spendenkonto 202 15810
Stichwort "Onlinedemo"
Bitte senden
Sie eine Kopie ihres Protestschreibens und sowie ihre etwaige Bereitschaft
für eine mögliche Selbstanzeige elektronisch an: yes2demo@yahoo.com
Weiterer Kontakt
zur Initiative Libertad!:
Yorkstr.
59, 10965 Berlin, Tel: 030 78 89 99 -01, Fax: 02 eMail: berlin@libertad.de
Falkstr.
74, 60487 Frankfurt: Fax: 069 79 20 774, eMail: kampagne@libertad.de
(Ich will mich
an dem Protest beteiligen - >> hier
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