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Nightlife: Grand Prix de la Revolution
am 10. Juni 2005

Im autonomen Café Exzess fand im Rahmen von
Aktivitäten zum Prozess wegen der Online-Demo gegen
Lufthansa eine Benefiz-Party mit dem Grand Prix de la
Revolution statt. Zwischen im beliebten Lufthansa-Design
gehaltenen orange-blauen Wänden, mit Festplatten,
Tastaturen und Mäusen dekoriert, waren zwei Großraumleinwände
aufgebaut. Cocktails schlürfend lauschten die Gäste
der herausragenden Moderatorin Nykra Kalaschnikowa und
den begabten Musikerinnen und Musiker. Nykra Kalaschnikowa
erschien in hinreissender, leicht schimmernder Abendgarderobe.
Leider ging im Verlauf des späteren Abends eines
der aufwendigen Ohrgehänge verloren und fiel (unrettbar?)
in einen tiefen Schacht.
Ihren großen Auftritt hatten unter anderem der
Dritte-Welt-Haus-Chor, die Rote Hilfe Darmstadt, die
örtliche Konzertgruppe, die zapatistische Basisgruppe
mit "Fiesta Mexicana", das gemischte Exzess-Doppel
mit "Somethin' Stupid", Toni Riga mit "Alles
was sich nicht bewegt, musst du nicht beachten",
die Freundinnen der deutschen Kapitulation mit "Summerwine",
die Vowis mit "Ti amo", außerdem wurde
das erste antirassistische Lied, "Griechischer
Wein", sowie musikalisch sehr ansprechend "Hurra,
hurra die Schule brennt" unter johlendem Mitsingen
des Publikums zum besten gegeben. Weitere chart-verdächtige
Newcomer/innen mit wohlvertrauten Hits starteten ausser
Konkurrenz. Gewinner wurde das semirevolutionäre
Schutzehenduo aus Hanau mit dem Titel "Ich will
'nen Cowboy als Mann (...weil man Behörden auch
verarschen kann)" mit bester Performance und Gesang.
Dem siegreichen Duo wurden Blumen überreicht und
sie erhielten T-Shirts mit abstürzenden Kranich.
Gewöhnlich gut informierte Quellen berichten, dass
ihnen auch Plattenverträge angeboten wurden. Aber
diese Information konnte nicht bestätigt werden.
Naturgemäß und bei Grand Prix offensichtlich
üblich, tauchten wildeste Spekulationen über
Wahlbetrug und andere Unregelmäßigkeiten
auf. Aber bei solchen Events brodelt die Gerüchteküche.
Dass die Karaoke-Technik mehrmals versagte - was außerordentlich
zu bedauern ist -, trübte nicht die ausgelassene
Stimmung der Besucherinnen und Besucher. Nach der Preisverleihung
wurde bis in die frühen Morgenstunden für
den guten Zweck getanzt.

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