Frankfurt
a.M., 18.10.2001
Fachschaft
Sozialarbeit
Fachhochschule Frankfurt
Nibelungenplatz 1
60318 Frankfurt am Main
fssozial@fbs.fh-frankfurt.de
Erklärung
zur Polizeirazzia bei Frankfurter Abschiebegegnern
am 17.10.2001
Die deutsche Lufthansa AG wickelt jährlich
etwa ein Drittel der insgesamt über
30.000 Abschiebungen ab. In Lufthansamaschinen
kamen dabei bereits zwei Flüchtlinge
wegen brutaler Behandlung durch den Bundesgrenzschutz
ums
Leben. Gegen das Abschiebegeschäft
de r Lufthansa fand weltweit ab 20. Juni
2001 eine online-Demonstration statt. Initiiert
wurde sie von der Kampagne Libertad! und
der Initiative Kein Mensch ist illegal.
Wir haben diese Demonstration unterstützt
und dafür mobilisiert. Wir haben die
Protest-Software heruntergeladen und sie
am 20. Juni um 10 Uhr gestartet, um den
Verantwortlichen zu zeigen, dass der Protest
gegen Abschiebungen sehr breit ist und um
die Verantwortlichen aufzufordern, aus dem
Abschiebegeschäft sofort auszusteigen.
Dies
war nicht die erste Blockade, an der sich
Mitglieder der Fachschaft Sozialarbeit beteiligten.
Auch mit der Teilnahme an - bisher noch
nicht virtuellen - Blockaden der Castor-Transporte
schaffen wir Öffentlichkeit, treiben
die Kosten hoch, um die Verantwortlichen
zum sofortigen Atomausstieg zu bewegen.
Die
online-Demonstration gegen das Abschiebegeschäft
mit über 13.000 Teilnehmerinnen und
Teilnehmern war ein großer Erfolg.
1,2 Millionen Zugriffe auf die Lufthansa-Seiten
gab es während der Aktion. Darüber
freuen wir uns ebenso wie über die
nach der online-Demonstration erfolgte Erklärung
der rumänischen Airline Tarom, zukünftig
keine Charterabschiebungen mehr durchzuführen.
Vier
Monate nach der Demonstration gab es am
17.10.2001 Polizeirazzien in Räumlichkeiten
der Kampagne Libertad! und einer Wohngemeinschaft.
Außerdem wurden Räume im Frankfurter
Dritte-Welt-Haus aufgebrochen und durchsucht.
Anstatt sich der modernen Computertechnik
zu bedienen und Festplatten zu spiegeln,
wurden Computer beschlagnahmt, um den Aktivistinnen
und Aktivisten die Arbeitsgrundlage zu entziehen.
Wir
verurteilen diesen Angriff gegen Libertad!,
Kein Mensch ist illegal und das Frankfurter
Dritte-Welt-Haus. Wir fordern die sofortige
Herausgabe aller beschlagnahmten Gegenstände.
Wir werden an der Fachhochschule Frankfurt
über das laufende Ermittlungsverfahren
Öffentlichkeit schaffen und weiterhin
offensiv gegen die deportation.class der
Lufthansa AG protestieren.
Fachschaft
Sozialarbeit der Fachhochschule Frankfurt
am Main
18.10.2001