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Rund 60 Abschiebegegner/innen beteiligten sich am 13.
Juni an einer Protestkundgebung und -demonstration gegen
die Fluglinie Aeroflight in Oberursel. Vor der Zentrale
der Chartergesellschaft Aeroflight, die im Geschäft
der Charterabschiebungen tätig ist, war ein Infostand
aufgebaut, es wurden Beiträge gehalten und anschließend
durch Oberursel demonstriert.
Es war eine Aktion im Rahmen von Aktivitäten vor
dem Prozess gegen Libertad! wegen der Online-Demonstration
gegen Lufthansa 2001 (siehe www.libertad.de/online-demo)
Lufthansa ist zwar die größte, aber bei weitem
nicht die einzige Airline, die am Geschäft mit
den Abschiebungen verdient. Während die Lufthansa
die Abschiebungen in normalen Linienflügen durchführt,
sind die etwas schwierigeren Abschiebungen, z.B. die
bei denen Widerstand oder Proteste von Mitreisenden
zu erwarten sind, Sache von Charterfirmen. Ein Haufen
BGSler, ein Arzt, das Flugpersonal und die Abzuschiebenden
teilen sich eine Maschine, Öffentlichkeit ist nicht
vorgesehen.
Grade deshalb ist es wichtig, den Druck auf die entsprechenden
Firmen zu erhöhen, damit sie sich aus dem schmutzigen
Geschäft zurückziehen. Neben Aeroflight seien
hier explizit noch die kleine Charterairline Silverbird
aus Bremen (spezialisiert auf Abschiebungen in den Kongo,
obwohl dieser eigentlich Charterabschiebungen verweigert)
und auch die große Touri-Airline LTU genannt.
Genau
aus diesem Grund war es angesagt nach Oberursel vor
Aero Flight zu gehen und dort Krach gegen das Abschiebegeschäft
zu schlagen. Die Firma sollte wissen, dass sie bekannt
ist und dass sie nicht in Ruhe gelassen wird. Aeroflight
steht exemplarisch für das schmutzige Geschäft
mit Abschiebungen. Im September 2004 wurden auf Anordnung
der Hamburger Innenbehörde 17 Menschen von 70 Bundesgrenzschutzbeamten
in mehrere afrikanische Staaten deportiert. Die Geschäftsführung
des Unternehmens hat auf Nachfrage jede Stellungnahme
zu ihrer Beteiligung an Abschiebungen verweigert. Sie
hat sich außerdem gegenüber der Polizei jede
Übergabe einer Protestresolution oder eines offenen
Briefes ausdrücklich verbeten. Zudem hatte Aeroflight
ihre Belegschaft in Erwartung der Kundgebung frühzeitig
nach Hause geschickt, um jegliche Kommunikation zwischen
Protestierenden und Angestellten zu verhindern.
Für den angekündigten Krach vor Aeroflight
sorgten die beiden Noise-Musiker Christoph Korn und
Lasse-Mark Riek mit Erfolg. Nach Beginn ihres Auftritts
wich die Polizeikette vor dem Aeroflight-Gebäude
entsetzt mehrere Meter zurück.
Sowohl die Demonstrant/innen als auch die Bürger/innen
Oberursels waren von dem massiven Polizeiaufgebot überrascht.
Das nahegelegene Gleisbett des S-Bahnhof sicherten mehrere
BGS-Beamten mit Schäferhunden. Unter ihnen befand
sich auch der hauptbeschuldigte BGS-Beamte im Verfahren
wegen der Tötung von Amir Ageeb. Es kam zu intensiven
Vorkontrollen. Bereits im Auflagenbescheid wurde das
Tragen von Seitentransparenten verboten.
Die
Kundgebung ist nicht der erste Besuch bei Aeroflight
in Oberursel. Bereits Anfang April kam es im Rahmen
des europaweiten Tages gegen Abschiebung zu Farbbeutelwürfen
gegen das Gebäude der Abschiebeairline. Auch heute
machten die Demonstranten deutlich, dass sie nicht locker
lassen werden. In Redebeiträgen wurde auf die Bedeutung
der Charterabschiebung hingewiesen. In diesem Geschäft
mischt nicht nur Aeroflight mit, sondern auch die LTU
und die afganische Fluglinie Ariane, die nach Informationen
der deportation.class die geplante Abschiebung von tausenden
afganischen Flüchtlingen durchführen soll.
Nach der Auftaktkundgebung mit einigen Redebeiträgen
und der Performance eines Lärm-Künstler-Duos
aus Frankfurt zog der Demonstrationszug durch die Oberurseler
Innenstadt in die Fußgängerzone und endete
dort mit einer kurzen Abschlusskundgebung. Die Demonstration
selbst war von einem sehr großen Polizeiaufgebot
begleitet, dennoch kam es bis auf einige Belästigungen
wie Taschen- oder Personalienkontrollen zu keinen größeren
Störungen durch die Polizei.
Libertad!-Sprecher Hans-Peter Kartenberg resümiert:
"Zweiflos war diese Kundgebung ein guter Auftakt
für den morgigen Prozessbeginn. Wir haben deutlich
gemacht, dass der Protest im virtuellen Raum und auf
der Straße zusammengehören und sich nicht
von Repression einschüchtern lässt."
Redebeitrag
von Libertad! auf der Kundgebung
Morgen findet gegen uns (Libertad!) vor dem Frankfurter
Amtgericht ein Prozess statt, in dem die Online Demonstration
und Blockade, die sich gegen das Abschiebegeschäft
der Lufthansa richtete, abgeurteilt werden soll. An
dieser Aktion, die von Libertad! und "Kein mensch
ist illegal" 2001 in Verbindung mit der Deportation.
Class Kampagne organisiert wurde, nahmen über 13.000
Menschen teil. Sie forderten mit dieser und anderen
Aktionen die Lufthansa dazu auf, ihre Finger von dem
schmutzigen Abschiebegeschäft zu lassen.
20 bis 30.000 Menschen werden jährlich von deutschen
Flughäfen abgeschoben. Fluggesellschaften sind
das letzte Glied in einer Kette, bzw. das ausführende
Organ der rassistischen und repressiven Politik staatlicher
Macht. Wir lehnen diese Politik ab. Wir fordern das
Bleiberecht für alle Menschen, die hier leben wollen.
Wir setzen uns dafür ein, dass weltweit Menschen
unter menschenwürdigen Bedingungen leben können.
Libertad! hat sich 1994 gegründet, um die Solidarität
mit politischen Gefangenen international zu organisieren.
Über zehn Jahre sind seitdem vergangen. Wir haben
verschiedene Kampagnen initiiert, Konferenzen organisiert,
an internationalen Zusammenkünften teilgenommen
und mit dem 18.März einen bundesweiten Aktionstag
ins Leben gerufen, der die Aktivitäten gegen Repression
und staatliche Unterdrückung bündelt. In all
unseren Initiativen verfolgen wir das Ziel, Solidarität
mit politischen Gefangenen und Unterdrückten aufzubauen
und uns mit anderen politischen Initiativen zusammen
zu schließen.
Wir werden oft gefragt, ob Abschiebegefangene in unseren
Augen auch politische Gefangene sind. Sicher sind sie
das, denn unabhängig davon, aus welchen Gründen
sie nach Deutschland gekommen sind, werden sie hier
einer staatlichen Repression ausgesetzt, durch die ihnen
sämtliche Rechte geraubt werden. Und auch das ist
ein zentrales Anliegen von Libertad! : Die Menschenrechte
weltweit zu erkämpfen.
Deswegen ist die Online-Demonstration eine legitime
Aktion, es ist legitim die Abschiebepraxis zu behindern.
Es ist legitim dagegen vorzugehen, dass sich Fluggesellschaften
daran bereichern, Menschen aus dem Land zu schmeißen.
Wir wollten eine Massenaktion organisieren und neue
Protestformen ausprobieren. Da bot sich das Internet
an. Massen konnten teilnehmen und die Lufthansa, die
ihren Verkauf immer stärker über das Internet
abwickelt, konnte beeinträchtig werden. Wir haben
nicht erreicht, dass die Lufthansa Abschiebungen verweigert,
aber wir haben erreicht, dass sie Stellung beziehen
mussten und eine große Öffentlichkeit hergestellt
wurde. Eingebettet in die Kampagne "deportation
class" gab es am 20. Juni 2001 eine sehr breite
Mobilisierung im Internet, während gleichzeitig
der Protest auch auf die Strasse und in das Gebäude
in dem die Aktionärsversammlung der Lufthansa tagte,
getragen wurde.
Wir protestieren heute hier gegen Aero- Flight, um
ihre Funktion als Abschiebeprofitunternehmen öffentlich
zu machen und dagegen vorzugehen.
No border-no nation- stop deportation
Wir laden euch alle dazu ein, morgen an der Verhandlung
im Amtsgericht, Saal II Gebäude E teilzunehmen.
Um 8.30 beginnt eine Kundgebung vor Gericht.
Dieser Prozess ist ein Präzedenzfall, in dem die
Demonstrations- und Versammlungsfreiheit im Internet
auf dem Spiel stehen. Kommt es zu einer Verurteilung,
hat das nicht nur Konsequenzen für uns und den
Angeklagten, sondern für alle zukünftigen
Aktionen im virtuellen Raum. Wir fordern einen Freispruch.
Freiheit für alle politischen Gefangenen
Redebeitrag
zu AeroFlight und Charter-Abschiebung
"Planen Sie eine Reise mit einzigartigem Charakter?
Suchen Sie einen maßgeschneiderten Flug zu einem
besonderen Anlaß? Dann chartern Sie doch ein komplettes
Flugzeug der Aeroflight-Flotte!"
So lautet die Werbung für Sonderflüge auf
der Webseite von Aeroflight, einer relativ kleinen jungen
Fluggesellschaft, vor deren Hauptsitz wir heute stehen
und die überwiegend im Charterbereich tätig
ist.
"Einzigartiger Charakter ..., maßgeschneiderter
Flug ..., besonderer Anlaß...", davon
hat sich offensichtlich auch der Bundesgrenzschutz (BGS)
und die Ausländerbehörde in Hamburg eine optimale
Kundenbetreuung versprochen - und hat sie bekommen!
Vor mittlerweile genau 9 Monaten, in den Morgenstunden
des 13. September 2004, startete ein Aeroflight-Flieger
vom Flughafen in Hamburg, nicht nur der Anlaß,
auch die Flugziele waren in der Tat besonders: es ging
nach Westafrika, oder genauer: nach Burkina Faso, Togo
und Benin. "Einzigartiger Charakter"? 70 BGS-Beamte
waren an Bord, sie hatten zuvor mindestens 16 Menschen
afrikanischer Herkunft zum Teil mit Handschellen und
sogenannten Antibeißhelmen zwecks Abschiebung
in das Flugzeug verfrachtet.
Als "beispielhaft und zukunftsweisend im Kampf
gegen Kriminalität und illegale Einwanderung"
hat die verantwortliche Hamburger Innenbehörde
diesen Charterflug später bezeichnet, einen brutalen
Akt von Abschiebeterror nennen wir das. Und so etwas
ist nur möglich - und deshalb stehen wir heute
hier! - weil Fluggesellschaften wie Aeroflight mitmachen,
kollaborieren, profitieren.
Vor wenigen Tagen haben wir hier bei den Aeroflight-Verantwortlichen
angerufen, um sie zu fragen, wie sie zu dem Fall vom
13. September und zu ihrer Verwicklung in Charterabschiebungen
insgesamt stehen. "Kein Kommentar, keine Stellungnahme"
war die einzige Antwort, die deutlich macht, dass Aeroflight
kein Interesse hat, ihre Beteiligung an Abschiebungen
zum Thema werden zu lassen, und dass sie sich offensichtlich
weitere Profite mit dem Abschiebegeschäft offen
halten wollen. Davor können wir den Aeroflight-Vorstand
nur warnen und jetzt schon ankündigen, dass Aeroflight
verstärkt zum Zielpunkt der Deportation-Class-Kampagne
gemacht wird, wenn sie sich nicht aus diesem Geschäft
zurückziehen. Morgen früh beginnt der Online-Demo-Prozeß,
in dem es ja um Proteste gegen die Lufthansa ging. Ich
möchte den Zusammenhang nochmal kurz genauer erläutern.
Lufthansa (LH) war und ist die Airline, mit der die
meisten Abschiebungen aus Deutschland durchgeführt
werden. Nach dem Tod von Aamir Ageeb und im Laufe vielfältiger
Proteste und Aktionen der vor allem gegen LH gerichteten
Deportation-Class-Kampagne hatte der LH-Vorstand erklärt,
dass niemend mehr gegen "seinen erkennbaren
Widerstand" von LH transportiert würde.
Doch "erkennbarer Widerstand" war nie
genauer definiert: wie laut muß jemand schreien,
wie stark an den Handschellen zerren? Deshalb war und
bleibt unsere Forderung an LH bestehen, das "willing
to travel", die jeweils konkrete Nachfrage, ob
jemand fliegen will oder nicht, zum minimalen Kriterium
einer Beförderung zu machen.
Vor wenigen Wochen sorgte der Fall von Zara Khameli
für Schlagzeilen, einer iranischen Frau, deren
Abschiebung durch vielfältige Proteste in letzter
Sekunde gestoppt wurde und die mittlerweile ein Bleiberecht
erhalten hat. Zara Khameli sollte mit LH abgeschoben
werden, und letztlich war entscheidend, dass der Pilot
den Transport angesichts des öffentlichen Drucks
verweigerte.
Dieses Beispiel, wie auch einige weitere Erfahrungen
der letzten Monate, zeigt zunächst zweierlei:
1. Abschiebungen mit LH werden mittlerweile öfters
und schneller abgebrochen, zweifellos ein Erfolg unserer
Kampagne und der Tatsache, dass LH sich schwerlich weitere
skandalöse Situationen mit Verletzten oder gar
Toten auf Abschiebeflügen leisten kann oder will.
2. Doch es gibt keinerlei Garantien, dass nicht doch
jemand mit LH gegen seinen Willen ausgeflogen wird.
Es hängt immer wieder an Öffentlichkeit und
direkten Protesten sowie vor allem auch daran, dass
sich die Betroffenen selbst im entscheidenden Moment,
nämlich an Bord und wenn weitere Passagiere eine
gewisse Öffentlichkeit bieten, laut genug wehren
und protestieren.
Angesichts dieser Situation kann und muss die Deportation-Class-Kampagne
auch gegen LH weitergeführt bzw. immer wieder aufgegriffen
werden. Der Fall von Zara Khameli verweist zudem nochmal
auf das zentrale Problem der Abschiebebehörden
und des BGS, dass nämlich Abschiebungen in Linienflügen
immer die Gefahr des Aufsehens und der Solidarisierung
von Passagieren mit sich bringen, oder jedenfalls Ärger
und Skandale angesichts einer in den letzten Jahren
doch stärker dafür sensibilisierten Öffentlichkeit.
Vor diesem Hintergrund versuchen die Behörden,
die von jeder Öffentlichkeit ausgeschlossenen Charterabschiebungen
zu etablieren, also kleine oder auch größere
Flugzeuge zu mieten, in denen dann nur die Abzuschiebenden
sowie entsprechende BGS-Begleitung und ein Arzt mitfliegen.
Zum anfangs beschriebenen Aeroflight-Flug vom September
letzten Jahres hatte die Hamburger Behörde nicht
zufällig betont, dass sich einige der 16 Abgeschobenen
zuvor bis zu vier mal ihrer Abschiebung per Linienflug
erfolgreich widersetzt hatten. Charterabschiebungen
dienen also auch vor allem dazu, den Widerstand der
Flüchtlinge und MigrantInnen zu brechen. Tarom,
die rumänische Airline, war vor einigen Jahren
das bekannteste Beispiel für Charterabschiebungen
in die Türkei. Doch schon nach einigen Aktionen
und Protesten der Deportation-Class-Kampagne hat Tarom
diese Abschiebecharter eingestellt.
Mittlerweile ist LTU in die Bresche gesprungen und
trotz einiger Aktionen bis heute im Abschiebechartergeschäft
aktiv. Und das mit offensiver Begründung: Abschiebegewinne
würden Arbeitsplätze sichern!
Daneben gibt es kleine, zum Teil sogar auf Abschiebungen
spezialisierte Charterfluggesellschaften, wie die Firma
Silverbird in Bremen. Sie bietet sog. "Kleincharterrückführungen"
in den Kongo an und ist offensichtlich sogar im Stande,
entsprechende Verbote des kongolesischen Außenministeriums
zu umgehen.
Es steht zu befürchten, dass auch Aeroflight diesen
Weg weitergeht und versucht, sich mit "maßgeschneiderten
Flügen" Anteile im Abschiebegeschäft
zu sichern. Zumal schon mit dem Flug vom 13. September
auch Abzuschiebende aus der Schweiz und aus Belgien
transportiert wurden und EU-Behörden für 2005
und 2006 30 Millionen Euro bereitgestellt haben, um
logistisch die Weiterentwicklung von Abschiebechartern
auf europäischer Ebene voranzutreiben.
Auch vor diesem -internationalisierten- Hintergrund
hatte die hiesige Zentrale von Aeroflight vor einigen
Wochen erstmals ungebetenen Besuch bekommen. Rund um
den 2. April dieses Jahres fand ein europaweiter Aktionstag
statt, in über 50 Städten quer durch Europa
wurde für das Recht auf Bewegungsfreiheit und gegen
Abschiebungen und Lager demonstriert. In diesem Rahmen
fand am 1. April hier in Oberursel eine erste Aktion
statt. Dutzende von roten Farbbeuteln verzierten anschließend
die Silberfassade und den Eingangsbereich, hier wurde
Aeroflight also schonmal mit unübersehbaren Argumenten
aufgefordert, ihre Beteiligung am Abschiebegeschäft
einzustellen.
Und das können wir heute nur nochmal bekräftigen:
Aeroflight soll keine Ruhe bekommen bis sie aus dem
Abschiebegeschäft aussteigt. Wir werden weiterprotestieren
und mobilisieren, gegen alle Abschiebungen. Hier, im
Netz oder auch am Frankfurter Flughafen, trotz und gegen
alle Hausverbote der Fraport; bei LH, LTU oder auch
-um das abschließend kurz zu erwähnen - bei
Ariana, der afghanischen Fluglinie. Denn mehrere tausend
afghanische Flüchtlinge sollen in den kommenden
Monaten abgeschoben werden, und aller Voraussicht nach
überwiegend mit Ariana und über den Frankfurter
Flughafen.
"Deportations are a crime" - Abschiebungen
sind ein Verbrechen! So formulierten es Flüchtlinge
schon lange und zu recht.
Der Widerstand gegen Abschiebungen muss weitergehen
und weiterentwickelt werden, wir waren da in den letzten
Jahren ja durchaus öfters erfolgreich.
In diesem Sinne: Streuen wir weiter Sand in die Abschiebemaschinerie
- No Deportations!
Weitere Infos: http://www.aeroflight.tk/
Offener Brief
an die AERO FLIGHT-Geschäftsleitung
Kein Geschäft mit Abschiebungen!
Schluss mit Abschiebungen!
Guten Tag,
wir schauen hier heute vorbei und machen Krach gegen
Ihr Geschäft mit dem Elend von Menschen, die der
Staat hier nicht dulden will.
Abschiebung ist eines der brutalsten Mittel des Staates,
um Flüchtlingen und Migrant/innen das Recht zu
verweigern, in Deutschland und in Europa zu bleiben.
30.000 Menschen werden jedes Jahr von deutschen Flughäfen
abgeschoben, oft unter Einsatz massiver körperlicher
Gewalt, viele von ihnen an Orte, die sie wegen Krieg,
Diktatur, Verfolgung und Unterdrückung, sexistischer
Gewalt, Ausbeutung, Mangel an Freiheit, Mangel an wirklicher
Demokratie, verlassen haben. Tagtäglich werden
Menschen von der Polizei um 5 Uhr früh von der
Polizei aus ihren Zimmern gezerrt, um sie zum Flughafen
oder in den Abschiebeknast zu bringen. Und viele andere,
die keine Papiere haben oder nur einen prekären
Duldungs- Status, leben in ständiger
Angst, eines Tages abgeschoben zu werden, ständig
unter Druck gesetzt, Deutschland zu verlassen, sogar,
wenn ihre Kinder hier geboren und aufgewachsen sind.
Um Abschiebungen noch schneller abzuwickeln, haben
die deutschen Behörden zusammen mit anderen europäischen
Staaten begonnen, Euro-Charterflüge zu organisieren,
mit denen Menschen in verschiedene Westafrikanische
Länder, in die Türkei, nach Vietnam und anderswo
hin abgeschoben werden.
Sie haben auch begonnen, für Abschiebungen sogenannte
EU-Heimreisepapiere auszustellen, für die die Kollaboration
der Botschaften nicht mehr nötig ist. Und es ist
offensichtlich, dass das sogenannte Zuwanderungsgesetz
noch mehr Abschiebedruck für alle die bringen wird,
die keinen Aufenthaltstitel bekommen sollen.
Die AERO FLIGHT GmbH & Co KG ist die Charter-Airline
mit der einer dieser Deportationsflüge am 13. September
2004 aus Hamburg erfolgte.
Nachdem die EU für die nächsten 2 Jahre weitere
30 Millonen Euro bereitgestellt hat für die Koordination
und die Flüge selbst, ist zu befürchten das
jederzeit wieder solche Deportationsflüge organisiert
und mit Aero Flight durchgeführt werden.
AERO FLIGHT ist neu im Charterflug-Geschäft -
und seit September 2004 auch eine neue Abschiebeairline.
Dagegen richtet sich unser Protest:
AERO FLIGHT soll aus den Abschiebegeschäft aussteigen!
Sofort!
Wir nehmen den Prozess wegen der Online-Demo gegen
die deportation.class der Lufthansa AG zum Anlass, auch
AERO FLIGHT deutlich unsere Ablehnung zu zeigen:
Für den sofortigen Ausstieg aus dem Abschiebegeschäft!
Taunuszeitung 14.06.2005,
S. 18
Demonstration / 40 Teilnehmer,
120 Polizisten
Oberursel. Eine Gruppe von 40 Personen hat gestern
Nachmittag vor dem Firmensitz von Aero Flight in der
Lessingstraße dagegen protestiert, dass die Fluggesellschaft
Rückflüge nicht anerkannter Asylbewerber in
ihre Heimatländer übernehme. Die Demonstration
steht offenbar in Zusammenhang mit dem Prozessbeginn
gegen die Organisation Libertad, die im Juni 2001 zu
einer Online-Demonstration im Internet gegen die Lufthansa
aufgerufen hatte. Die Lufthansa sollte sich aus dem
"Abschiebe-Geschäft" zurückziehen,
hatte Libertad gefordert.
Im Dezember 2004 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage
gegen die Organisation wegen Nötigung und öffentlicher
Aufforderung zu Straftaten erhoben, am heutigen Dienstag
ist in Frankfurt Prozessbeginn.
Die Teilnehmer der Demonstration in Oberursel warfen
Aero Flight vor, sich im Oktober 2004 an einer vom Hamburger
Flughafen ausgehenden Sammelabschiebung beteiligt zu
haben. Das Unternehmen wurde aufgefordert, keine Abschiebungen
mehr zu übernehmen. Begleitet wurde die angemeldete
Demonstration von 120 Polizeibeamten aus dem gesamten
Hochtaunuskreis. Die Demonstranten zogen nach der Kundgebung
durch die Adenauerallee zum Sporthaus Taunus zu einer
Abschlusskundgebung.
Am 1. April dieses Jahres hatte es bereits einen Zwischenfall
bei Aero Flight gegeben. Zwölf vermummte Personen
hatten die Worte "Abschiebung stopp!" ans
Firmengebäude gemalt. Drei Personen waren vorübergehend
festgenommen worden. (csc/new)
Frankfurter Rundschau, 15.06.2005,
Main-Taunus-Ost, Hochtaunus
Demonstration
120 Polizisten begleiten 40 Abschiebungsgegner
Oberursel · 14. Juni · jüs ·
Ein Großaufgebot an Polizisten aus dem gesamten
Hochtaunuskreis hat am frühen Montagabend einen
Protestzug von etwa 40 Menschen vom Hauptgebäude
der Fluggesellschaft Aero-Flight in der Lessingstraße
in die Innenstadt abgesichert. Sie waren dem Aufruf
der Organisation Libertad gefolgt, die bisher vor allem
im Internet mit Protest-Aktionen gegen so genannte Charter-Abschiebung
von nicht anerkannten Asylbewerbern hervorgetreten ist.
Wie ein Polizeisprecher gestern sagte, sei in Polizeikreisen
mit mehr Demonstranten, auch aus dem "gewaltbereiten
Spektrum" gerechnet worden. Die Demonstration sei
aber "absolut friedlich verlaufen" und habe
sich nach einer halbstündigen Abschlusskundgebung
in der Fußgängerzone aufgelöst.
Der Aufruf zum Protest gegen Aero-Flight steht im Zusammenhang
mit einem Prozess, der gestern vor dem Amtsgericht Frankfurt
begann. Darin geht es um den Massen-Protest gegen Lufthansa
im Internet, zu dem ebenfalls Libertad aufgerufen hatte.
Angeklagt ist der Inhaber der Internet-Domain www.libertad.de
wegen Veröffentlichung eines Textes, der 2001 zur
ersten Online-Demonstration in Deutschland geführt
hat.
Siehe auch
Seite 13
Eintracht
Frankfurt fliegt mit Abschiebe-Airline
Aero Flight will mit aufsteigen
Um das Image der Abschiebe-Airline loszuwerden verzichtet
Aero Flight nicht auf das Geschäft mit der Abschiebung,
sondern investiert ins Image des Sportfreundes.
Frankfurt
(so oder so) Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Frankfurt
hat mit der Aero Flight GmbH & Co (Oberursel/Taunus)
einen Sponsoren-Vertrag bis 2007 geschlossen. Wie der
Club am Freitag mitteilte, kann die Mannschaft mit "eigenem"
Flugzeug zu weiter entfernten Auswärtsspielen reisen.
Der neue Sponsor Aero Flight stellt einen Airbus A 320
zur Verfügung. Der wird mit dem Logo und Schriftzug
der Eintracht lackiert.
Der neue Sponsor der Eintracht war erst in den vergangenen
Wochen in die Schlagzeilen gekommen. Allerdings nicht
als Sportsfreunde, sondern als Airline, die mit Charter-Abschiebungen
Geschäfte macht. Einen Tag vor Beginn des Prozesses
gegen "Libertad!" wegen einer Protestaktion
gegen das Abschiebegeschäft der Lufthansa AG demonstrierten
Abschiebegegner/innen vor der Aero Flight Zentrale in
Oberursel.
Der Airline wird vorgeworfen, Sammelabschiebungen aus
mehreren EU-Ländern zu organisieren. Die Firma
gab der Belegschaft frei, damit sie nicht mit der Kritik
konfrontiert wird.
siehe auch: Junge Welt 07.07.05 : http://www.jungewelt.de/2005/07-07/015.php
Wolfram Siede
Eintracht Frankfurt läßt
sich von Abschiebe-Airline sponsern
Aero Flight GmbH & Co stellt Airbus A 320 zur Verfügung.
Kritik vom hessischen Flüchtlingsrat
Frankfurt/Main. Fußball-Bundesliga-Aufsteiger
Eintracht Frankfurt hat mit der Aero Flight GmbH &
Co (Oberursel/Taunus) einen Sponsorenvertrag bis 2007
geschlossen. Dafür stellt die neue Chartergesellschaft
einen Airbus A 320 zur Verfügung, der mit dem Logo
und Schriftzug der Eintracht lackiert ist. Der hessische
Flüchtlingsrat kritisiert den Sponsorenvertrag,
denn Aero Flight GmbH & Co sei ein schlechtes Aushängeschild.
Aeroflight verdient ebenso wie die kleine Charterairline
Silverbird aus Bremen (spezialisiert auf Abschiebungen
in den Kongo) und die große Touristenairline LTU
an Abschiebeflügen. Im September letzten Jahres
koordinierte die Hamburger Ausländerbehörde
zum Beispiel eine Sammelabschiebung von 40 Flüchtlingen
aus mehreren Bundesländern, Belgien und der Schweiz.
Sie charterte für 140 000 Euro einen Flieger von
Aero Flight nach Benim. Für das lukrative Geschäft
mit den Abschiebeflügen stehen im EU-Haushalt in
diesem und im kommenden Jahr 30 Millionen Euro bereit.
Während Lufthansa die Abschiebungen in normalen
Linienflügen durchführt, sind »kompliziertere«
Abschiebungen, bei denen zum Beispiel mit Widerstand
der Flüchtlinge oder Protesten von Mitreisenden
zu rechnen ist, ein Fall für Charterfirmen wie
Aero Flight.
* Weitere Infos: www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/verfahren/aeroflight130605.shtml
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