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| Online gegen Abschiebungen 18.06.2001 150 Antirassismus-Gruppen wollen am 20. Juni die Lufthansa-Homepage blockieren. Protest-Software auf 30 Internetseiten veröffentlicht. US-"hacktivism"-Pioniere unterstützen Online-Demo gegen Lufthansa 30.05.2001 Der US-amerikanischer Netzaktivist Ricardo Dominguez auf Vortragsreise in Deutschland. Leere Bildschirme bei der Lufthansa-Aktionärsversammlung? 10.05.2001 Antirassistische Gruppen wollen während der Aktionärsversammlung der Lufthansa AG am 20. Juni das Internetportal der Fluglinie blockieren. Die Online-DemonstrantInnen fordern ein Ende der Abschiebungen mit Lufthansa Maschinen. | ||
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Berlin, 18.06.2001 Online gegen Abschiebungen 150 Antirassismus-Gruppen wollen am 20. Juni die Lufthansa-Homepage blockieren. Protest-Software auf 30 Internetseiten veröffentlicht. 150 Antirassismus-Initiativen kündigten heute in einem Brief an den Vorstand der Lufthansa AG ein virtuelles Sit-In auf dem Internetserver der Fluglinie an. Die Online-Demonstration während der Aktionärsversammlung des Konzerns richtet sich gegen die jährlich etwa 10 000 Abschiebungen, die mit Lufthansa-Maschinen durchgeführt werden. "Es ist ein schmutziges Geschäft, mit Abschiebungen Geld zu verdienen", schrieb Demo-Anmelder Jan Hofmann heute an den Vorstand der Fluggesellschaft, "reichen zwei Tote nicht, um endlich die Konsequenzen zu ziehen?" 1994 war der Nigerianer Kola Bankole, 1999 der Sudanese Amir Ageeb bei Abschiebungen auf Lufthansa-Linienflügen zu Tode gekommen. Seit dem späten Sonntag abend, drei Tage vor der virtuellen Demo, wird eine "Online Protest Software" auf 30 Internetseiten im In- und Ausland angeboten. Mit Hilfe des Softwarepaketes könnten AbschiebegegnerInnen den Lufthansa-Server am kommenden 20. Juni durch Zugriffe überlasten, sagt Kampagnensprecherin Anne Morell. Die Software dringe nicht in geschlossene Systeme ein und zerstöre keine Daten, verspricht die Online-Aktivistin. Jede und jeder solle teilnehmen können: neben der Installation von Protest-Programmen für Windows- und Linux-Systeme besteht auch die Möglichkeit, am 20. Juni ein Programm direkt auf der Homepage der AktivistInnen zu starten. So kann virtuell mitdemonstrieren, wer im Internetcafé oder auf dem Arbeitsplatz nichts aus dem Internet herunterladen darf - oder einen Macintosh zuhause hat. Drohen nun leere Bildschirme bei www.lufthansa.com? Die Fluggesellschaft will am 20. Juni um 10 Uhr eigentlich die Rede des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Weber über ihr Internetportal live streamen. Wenn nun, wie Abschiebegegnerin Morell prophezeit, stattdessen nur "leere Bildschirme und lange Nasen" auf der Aktionärsversammlung zu sehen sein werden? Sicherlich kein guter Start für das ehrgeizige "Online Travel Portal", das der Konzern mit weiteren Fluglinien im Herbst eröffnen will. "Bei uns können sie am 20. Juni den Kranich im Sturzflug sehen", verspricht dagegen die Abschiebegegnerin Morell. Die Initiativen wollen den Verlauf ihrer Aktion auf einer eigenen Internetseite, die kurzfristig bekanntgegeben werden soll, dokumentieren. Die Online-DemonstrantInnen, die von zahlreichen internationalen Antirassismus-Gruppen unterstützt werden, ernten indes nicht nur Zustimmung. Am 10. und 17. Juni wurden die Mail-Adressen der OrganisatorInnen mit knapp 12 000 emails bombardiert - Absender: NPD.net. Die Neonazis hatten versucht, sich hinter einer falschen Adresse ("www.pds-online.de") zu tarnen. "Der Inhalt war von der Qualität, die man vom Absender erwarten kann", so Anne Morell, "Datenmüll, den wir einfach auf dem Server gelöscht haben". Für Libertad! und kein mensch ist illegal, Sven Maier |
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Berlin, 30.05.2001 Internet-Demonstration gegen die Deutsche Lufthansa AG - US-amerikanischer "hacktivist"-Pionier Ricardo Dominguez auf Vortragsreise in Deutschland Die Antirassismus-Initativen "kein mensch ist illegal" und "Libertad!" wollen während der Jahreshauptversammlung der Lufthansa am 20. Juni das Internetportal der Fluglinie durch eine Online-Demonstration blockieren. Sie werfen dem Konzern vor, für jährlich etwa 10 000 Abschiebungen Linienflüge zur Verfügung zu stellen und fordern einen Rückzug aus dem "schmutzigen Geschäft". Das Vorbild für die Online-Demonstration stammt aus den USA. Der New Yorker "hacktivist"-Pionier Ricardo Dominguez spricht deshalb am 2.6. auf einer Veranstaltung in der Berliner Humboldt-Uni über Erfahrungen und Aussichten digitalen Protests. "kein mensch ist illegal" und "Libertad!" stellen eine "Online Protest Software" vor, die unter <http://go.to/online-demo> im Internet angeboten werden soll und mit deren Hilfe E-DemonstrantInnen am 20. Juni automatisiert Lufthansa-Webseiten abrufen können. Die Internet-Demo wird von einer bunten Koalition von Antirassismus-Gruppen, Menschenrechtsinitiativen und NetzaktivistInnen aus dem In- und Ausland unterstützt. Aus Frankreich schlossen sich einem Aufruf ("Lufthansa Goes Offline") zuletzt der bekannte Globalisierungsgegner José Bové und die Informatikergewerkschaft SII an. Ein Lufthansa-Sprecher erklärte gegenüber der Frankfurter Rundschau, das Unternehmen sei "vorbereitet", Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik halten es allerdings für "sehr schwierig, eine solche Attacke abzuwehren". Das Ordnungsamt Köln aber, bei dem die Online-Demonstration bereits per email angemeldet wurde, hat keine Auflagen erteilt. Für "kein mensch ist illegal" und "Libertad!", Anne Morell |
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Berlin, 10.05.2001 Internet-Demonstration: Leere Bildschirme bei der Lufthansa-Aktionärsversammlung? Antirassistische Gruppen wollen während der Aktionärsversammlung der Lufthansa AG am 20. Juni das Internetportal der Fluglinie blockieren. Die Online-DemonstrantInnen fordern ein Ende der Abschiebungen mit Lufthansa Maschinen. Schwere Zeiten für die Lufthansa AG: nach einer schlechten Quartalsbilanz und mitten im Tarifstreit mit Cockpit droht dem Aviation Konzern nun auch noch eine Internetdemonstration die Aktionärsversammlung am 20. Juni in Köln zu vermiesen: AbschiebegegnerInnen werfen dem Konzern "Deportation Business" vor und trommeln auf einer eigenen Webseite mit der programmatischen Adresse http://go.to/online-demo für ein virtuelles Go-In bei der Lufthansa. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis der boomende eCommerce auch eProtest, wie er in den USA schon bekannt ist, nach sich ziehen würde. Für die Antirassismus-AktivistInnen von Libertad! und kein mensch ist illegal ist dies schon eine Selbstverständlichkeit: "Das Internet ist ein neuer öffentlicher Raum. Wenn man da schmutzige Geschäfte machen kann, kann man dort auch demonstrieren", meint Kampagnensprecherin Anne Morell. Um potentiellen E-DemonstrantInnen die Teilnahme zu ermöglichen, wollen die OrganisatorInnen eine sogenannte "Online Protest Software" auf ihrer Website anbieten. Und um den Charakter einer öffentlichen Demonstration zu unterstreichen, meldete kein mensch ist illegal -Sprecher Jan Hofmann den virtuellen Protest am 10.5.01 beim Ordnungsamt Köln an – per email, versteht sich [dokumentiert: Anmeldung ]. Die “Online-Demonstration against Deportation Business” richtet sich gegen die nach Angaben von Antirassismusgruppen jährlich etwa 10.000 Abschiebungen, die mit Lufthansa-Linienflügen abgewickelt werden. Seitdem am 28. Mai 1999 der Sudanese Amir Ageeb in einer Lufthansa-Maschine unter den Misshandlungen von BGS-Beamten zu Tode kam, sieht sich die zweitgrößte europäische Fluglinie mit lauter werdenden Forderungen nach einem Rückzug aus dem Geschäft mit der Abschiebung konfrontiert. Das antirassistische Netzwerk kein mensch ist illegal hatte eine Kampagne mit dem hässlichen Titel "Deportation Class" lanciert, pro asyl und amnesty international schlossen sich in eigenen Stellungnahmen der Forderung der linken Antirassismusgruppen an. Selbst die ÖTV und Cockpit bedrängten im Herbst 2000 den Konzernvorstand, von den umstrittenen Abschiebeflügen Abstand zu nehmen. Zwei Tage nachdem Thierry Antinori, Lufthansa Bereichsvorstand Vertrieb, auf der diesjährigen ITB erklärt hatte, der Konzern plane den Online-Verkauf von einer halben Million Tickets im Vorjahr bis zum Jahr 2005 auf 25 Prozent zu steigern, konterten die AbschiebegegnerInnen am 7. März mit einer über Mailinglisten verbreiteten Ankündigung, man werde die Internetportale von Fluglinien blockieren, die mit Abschiebungen Geld verdienen. Droht nun während der Aktionärsversammlung ein publicityträchtiger Ausfall bei www.lufthansa.com? Das wäre ein denkbar schlechter Start für die hochtrabenden Pläne des Netzkonzerns Lufthansa. "Die Manager sollten sich nicht dem Gedanken hingeben, die Verlagerung der Geschäfte ins Virtuelle könnte bedeuten, dass nun keine Demonstrationen mehr den reibungslosen Ablauf stören", betont Anne Morell. "Der Vorstand wollte unsere berechtigte Kritik aber nicht beherzigen. Wir sind jetzt gespannt, ob die Online-Demo ihre Gedanken beflügeln wird." Für Libertad! und kein mensch illegal, Sven Maier |
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