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Sonntag, 17. Juni
2001
: Noch drei Tage bis zur Online-Demo gegen Lufthansa
20. Juni 2001, 10.00 Uhr
#*: 1. Die Protestsoftware und Mirror-Adressen
#*: 2. Verfassungsschützer versteht die Online-Demo
nicht
#*: 3. Presseerklärung von "kein mensch
ist illegal" vom 17.06.01
#*: 4. Reuters-Meldung zur LH-Hauptversammlung
****** 1. Protestsoftware
Endlich: Heute
Nacht wird die Protestsoftware unter den Internetadressen der Online-Demo
http://go.to/online-demo und http://stop-depclass.scene.as zum Download
bereitliegen.
Und am Montag
Morgen wird sie zusätzlich schon bei vielen Websites downloadbar
sein, die die Online-Demo-Homepage ebenfalls anbieten.
Wir bitten alle
Empfänger/innen dieses Infodienstes möglichst zuerst dort
einen Download zu versuchen. Das entlastet die beiden Hauptadressen
für die tausende, die wir nicht per eMail erreichen.
Hier noch mal
die Mirrorsites:
http://www.libertad.de/projekte/depclass/spiegel
http://www.buendnis-gegen-rechts.de/online-demo
http://www.antifa-hamm.de/onlinedemo
http://www.linkeseite.de/onlinedemo
http://dan.aktionsinfo.de/luft
http://213.69.39.13/augennet/onlinedemo
http://www.coloradio.org/onlinedemo
http://www.augenauf.net/onlinedemo
http://www.pds-oldenburg.de/online-demo
http://www.copyriot.com/unefarce/onlinedemo
http://www.pds-nds.de/online-demo
http://franzi.internet-factory.de/online-demo
http://www.no-racism.net/onlinedemo
http://www.jungdemokratinnen.de/aktuell/online-demo
http://www.transit2base.de/onlinedemo
http://antifaschistinnen.de/onlinedemo
http://members.tripod.de/wurfsache/demo
http://collectifs.net/online-demo
http://www.geocities.com/willerca
http://www.geocities.com/rouwer
http://www.geocities.com/demo4alles
******
2. Verfassungsschützer versteht die Online-Demo nicht
WamS: Gibt es
im Linksextremismus neue Trends? Fromm: Nicht nur Rechtsextremisten,
sondern auch Linksextremisten nutzen zunehmend das Internet zur eigenen
Vernetzung und für direkte Aktionen. So wollen beispielsweise
Angehörige der autonomen und antiimperialistischen Szene am 20.
Juni die Homepage der Lufthansa mit einer riesigen Menge von E-Mails
lahm legen. Das nennen sie eine Internet-Demonstration gegen das Abschiebungsgeschäft,
für das sie auch die Lufthansa verantwortlich machen. In einem
anderen Zusammenhang ist davon die Rede, dass Anschläge via Internet
eine weitaus größere Wirkung haben könnten als etwa
Brandanschläge. Ein Grund mehr, warum wir unsere Aufklärungsarbeit
im Internetbereich noch weiter ausdehnen müssen.
Da hat der VS-Präsident
in die falsche Vorlage geguckt: Schreib' mal weider... war zwar früher
das Motto der gelben Post, aber mit eMails soll die Homepage der Lufthansa
nicht lahmgelegt werden.
****** 3. Presseerklärung von "kein
mensch ist illegal" vom 17.06.01
Netzwerk ''kein
mensch ist illegal''
AN DIE REDAKTIONEN
WIRTSCHAFT & INLAND
PRESSE-INFORMATION
KÖLN, 17. JUNI 2001
Der Lufthansa
stehen nach dem Pilotenstreik wegen ihrer Abschiebepraxis zur Aktionärsversammlung
in Köln erneut Turbulenzen bevor Das Netzwerk ''kein mensch ist
illegal'', der ''Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und
Aktionäre'' und ''Libertad!'' kündigen zur Jahreshauptversammlung
der Deutschen Lufthansa AG am Mittwoch, 20. Juni, in der Kölnarena
heftige Proteste gegen das Geschäft mit Abschiebungen in der
''deportation.class'' an.
''Wir werden den
reibungslosen Ablauf der Aktionärsversammlung stören'',
so Kurt Lindner von ''kein mensch ist illegal'': ''Gleichzeitig werden
international Zehntausende an der Online-Demo im Internet teilnehmen.''
Ziel der Proteste sei es, den Konzern endlich zur Aufgabe des ''deportation-business''
zu bewegen. ''Wir fordern eine verbindliche Erklärung der Lufthansa,
Abschiebehäftlinge grundsätzlich nicht mehr zu befördern'',
erklärt Lindner.
Mit Aktionen auf
Flughäfen im In- und Ausland, vor Niederlassungen des Konzern,
in Reisebüros und im Internet sei es ''kein mensch ist illegal''
gelungen, die Öffentlichkeit auf die Mitverantwortung des Luftfahrtkonzerns
bei der Abschiebepraxis aufmerksam zu machen. ''Der Imageschaden für
den Konzern ist enorm'', sagt Lindner. Der Aufruf zur Zivilcourage
gegen Abschiebungen sei nicht ohne Wirkung geblieben. Immer mehr Piloten
der Airline verweigern den Transport von Abschiebehäftlingen.
Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert Flugkapitäne dazu auf,
''passengers not willing to travel'' nicht mehr zu transportieren.
Das Management
reagiert nervös. Weil die angekündigten Proteste nicht verboten
sind, bedroht der Konzern nun Initiativen, die den Protest gegen Abschiebungen
unterstützen, mit horrenden Zwangsgeldern. Auf Antrag der Lufthansa
AG erließ das Landgericht Frankfurt gegen die Berliner Forschungsgesellschaft
Flucht und Migration, deren Büro früher als Postadresse
für ''kein mensch ist illegal'' fungierte, eine einstweilige
Verfügung mit dem Ziel, eine verfremdete Werbung aus dem Internet
zu entfernen. ''Das ist ein lächerlicher Einschüchterungsversuch'',
so der Sprecher von ''kein mensch ist illegal''. ''Wenn die Lufthansa
weiter abschiebt, wird sich die Kampagne gegen das ''deportation-business''
des Konzerns international verbreitern, schließlich sind auch
andere internationale Fluggesellschaften Ziel von Protestaktionen
gegen Abschiebungen.''
weitere Informationen:
Tel 0179-4982450; Email: kmii-koeln@gmx.net;
Mi.20.6. ab 14:00 aktuelle Informationen uhd Bilder von Aktionen:
www.kmii-koeln.de ;
Hintergründe: www.deportation-alliance.com; http://go.to/online-demo
;
www.kritischeaktionaere.de
****** 4. Reuters-Meldung zur LH-Hauptversammlung
Reuters: Sonntag
17. Juni 2001, 09:44 Uhr
VORSCHAU - Lufthansa-HV zwischen Gewinnwarnung und ''E-Protest''
Frankfurt, 17.
Jun (Reuters) - Für Lufthansa-Chef Jürgen Weber dürfte
der Gang vor seine Aktionäre auf der Hautpversammlung am Mittwoch
nicht leicht werden. Kaum hatte der Konzern den heftigen Tarifstreit
mit seinen Piloten überstanden, reduzierte er drastisch die Gewinnprognose
- unter anderem wegen der kräftigen Gehaltserhöhungen für
die Flugzeugführer. Die ohnehin von Tarifkonflikt und Konjunktursorgen
belastete Aktie erhielt einen weiteren Dämpfer und stürzte
auf ihren tiefsten Stand seit zwei Monaten. Aktionärsvertreter
kündigten kritische Fragen für die Hauptversammlung an.
Zudem dürfte Weber erneut mit Protest gegen das Ausfliegen abgeschobener
Asylbewerber konfrontiert werden. Abschiebungsgegner wollen mit einer
''Online-Demonstration'' die Homepage der Lufthansa lahmlegen.
Mit dem vergangenen
Geschäftsjahr dürften die Lufthansa-Aktionäre eigentlich
zufrieden sein. Mit zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn
erzielte das Unternehmen sein zweitbestes Ergebnis in der Firmengeschichte
und behauptete seine Spitzenposition unter den europäischen Fluglinien.
Dafür soll es auch eine um sieben Prozent auf 0,60 Euro angehobene
Dividende geben. Allerdings brach das Ergebnis im ersten Quartal dieses
Jahres fast um hundert Prozent ein, wobei Analysten nicht ausschlossen,
dass sich der Konzern für eine bessere Verhandlungsposition mit
den Piloten ''arm gerechnet'' habe.
Schon bald nach
Verkündung der positiven 2000er Zahlen waren für die Lufthansa
dunkle Wolken am Himmel aufgezogen. Analysten prognostizierten ein
konjunkturell bedingt schwieriges Jahr 2001, und die Piloten-Gewerkschaft
Vereinigung Cockpit (VC) verlangte für die Flugzeugführer
saftige Gehaltsanhebungen. Die Tarifverhandlungen zwischen Lufthansa
und VC arteten in einen für den Konzern wenig Image fördernden
und kostspieligen Konflikt aus. Mehrmals legten die Piloten mit Streiks
den Flugverkehr lahm, und am Ende stand ein Tarifabschluss, der die
Lufthansa rund 250 Millionen Mark kostet. Hinzu kämen 150 Millionen
Mark Aufwendungen für die Streiks. Diese Kosten sowie die Auswirkungen
der weltweiten Konjunkturabschwächung veranlassten die Lufthansa,
ihre Erwartungen für das operative Ergebnis 2001 um fast ein
Drittel zurückzuschrauben. Statt rund einer Milliarde Euro würde
nunmehr nur noch mit 700 bis 750 Millionen Euro gerechnet, hieß
es dieser Tage.
Analysten und
Branchenkenner kritisierten, dass die Lufthansa die Problematik mit
den Piloten-Gehältern nicht früher erkannt und in Angriff
genommen hatte. Der Aktienkurs der Lufthansa dürfte die Anleger
nicht unbedingt zu Beifallsstürmen hinreißen. Das Papier
pendelte zuletzt um 20 Euro und damit gut ein Viertel unter seinem
Niveau zu Jahresbeginn.
Zu dem Streit
mit den Piloten werde er auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Köln
wohl ''einige kritische Fragen'' stellen, kündigte Aktionärsvertreter
Axel Zülke von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre
(SdK) am Freitag an. Die Verhandlungstaktik der Lufthansa sei ''nicht
optimal'' gewesen. Auch der Chef der Deutschen Schutzgemeinschaft
für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, will den Lufthansa-Vorstand
zur Rede stellen. Die Gewinnwarnung habe die Aktionäre Geld gekostet.
Die Lufthansa-Führung müsse genau erklären, wo die
Ergebnisbelastungen ''wirklich herkommen''.
Wie bereits auf
der Hauptversammlung im vergangenen Jahr wollen auch diesmal Abschiebungsgegner
die Lufthansa an einem sehr wunden Punkt treffen. Die Fluglinie ist
gesetzlich gezwungen, abgeschobene Ayslbewerber in ihre Heimatländer
zurückzufliegen. Verschiedene Gruppen wie die ''kritischen Aktionäre''
werfen der Gesellschaft vor, daraus Profit zu schlagen. Bereits vergangenes
Jahr kam es auf dem Aktionärstreffen zu Tumulten. Diesmal wollen
die Abschiebungsgegner auf elektronischem Wege protestieren. Im Rahmen
einer ''Online-Demonstration'' wird dazu aufgerufen, die Internet-Seiten
der Lufthansa wie etwa den elektronischen Ticket-Service massenweise
anzuklicken und so mit einer ''elektronischen Sitzblockade'' lahmzulegen.
Die Lufthansa
hat bereits mehrfach darauf verwiesen, dass sie die abgelehnten Asylbewerber
per Gesetz ausfliegen muss, und dass sie keine Personen gegen ihren
Willen mitnimmt. Trotzdem sieht sich die Firma permanent heftiger
Kritik und auch illegalen Angriffen etwa durch gefälschte Pressemitteilungen
ausgesetzt. ''Wir nehmen das sehr ernst'', sagte eine Lufthansa-Sprecherin
am Freitag mit Blick auf die ''Online-Demo''. Der Konzern habe zum
Schutz seiner Kunden ''alle technischen Vorkehrungen und Abwehrmaßnahmen''
ergriffen.
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Soweit der heutige Infodienst.
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Beste Grüße,
redaktion.sooderso mailto:redaktion@sooderso.de
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