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Der Infodienst der Libertad!-Zeitung
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Falkstr. 74, 60487 Frankfurt, fax: 069-79201774, email: redaktion@sooderso.de

Sonntag, 17. Juni 2001


: Noch drei Tage bis zur Online-Demo gegen Lufthansa
20. Juni 2001, 10.00 Uhr


#*: 1. Die Protestsoftware und Mirror-Adressen
#*: 2. Verfassungsschützer versteht die Online-Demo nicht
#*: 3. Presseerklärung von "kein mensch ist illegal" vom 17.06.01
#*: 4. Reuters-Meldung zur LH-Hauptversammlung


****** 1. Protestsoftware

Endlich: Heute Nacht wird die Protestsoftware unter den Internetadressen der Online-Demo http://go.to/online-demo und http://stop-depclass.scene.as zum Download bereitliegen.

Und am Montag Morgen wird sie zusätzlich schon bei vielen Websites downloadbar sein, die die Online-Demo-Homepage ebenfalls anbieten.

Wir bitten alle Empfänger/innen dieses Infodienstes möglichst zuerst dort einen Download zu versuchen. Das entlastet die beiden Hauptadressen für die tausende, die wir nicht per eMail erreichen.

Hier noch mal die Mirrorsites:
http://www.libertad.de/projekte/depclass/spiegel
http://www.buendnis-gegen-rechts.de/online-demo
http://www.antifa-hamm.de/onlinedemo
http://www.linkeseite.de/onlinedemo
http://dan.aktionsinfo.de/luft
http://213.69.39.13/augennet/onlinedemo
http://www.coloradio.org/onlinedemo
http://www.augenauf.net/onlinedemo
http://www.pds-oldenburg.de/online-demo
http://www.copyriot.com/unefarce/onlinedemo
http://www.pds-nds.de/online-demo
http://franzi.internet-factory.de/online-demo
http://www.no-racism.net/onlinedemo
http://www.jungdemokratinnen.de/aktuell/online-demo
http://www.transit2base.de/onlinedemo
http://antifaschistinnen.de/onlinedemo
http://members.tripod.de/wurfsache/demo
http://collectifs.net/online-demo
http://www.geocities.com/willerca
http://www.geocities.com/rouwer
http://www.geocities.com/demo4alles

****** 2. Verfassungsschützer versteht die Online-Demo nicht

WamS: Gibt es im Linksextremismus neue Trends? Fromm: Nicht nur Rechtsextremisten, sondern auch Linksextremisten nutzen zunehmend das Internet zur eigenen Vernetzung und für direkte Aktionen. So wollen beispielsweise Angehörige der autonomen und antiimperialistischen Szene am 20. Juni die Homepage der Lufthansa mit einer riesigen Menge von E-Mails lahm legen. Das nennen sie eine Internet-Demonstration gegen das Abschiebungsgeschäft, für das sie auch die Lufthansa verantwortlich machen. In einem anderen Zusammenhang ist davon die Rede, dass Anschläge via Internet eine weitaus größere Wirkung haben könnten als etwa Brandanschläge. Ein Grund mehr, warum wir unsere Aufklärungsarbeit im Internetbereich noch weiter ausdehnen müssen.

Da hat der VS-Präsident in die falsche Vorlage geguckt: Schreib' mal weider... war zwar früher das Motto der gelben Post, aber mit eMails soll die Homepage der Lufthansa nicht lahmgelegt werden.


****** 3. Presseerklärung von "kein mensch ist illegal" vom 17.06.01

Netzwerk ''kein mensch ist illegal''
AN DIE REDAKTIONEN
WIRTSCHAFT & INLAND

PRESSE-INFORMATION KÖLN, 17. JUNI 2001

Der Lufthansa stehen nach dem Pilotenstreik wegen ihrer Abschiebepraxis zur Aktionärsversammlung in Köln erneut Turbulenzen bevor Das Netzwerk ''kein mensch ist illegal'', der ''Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre'' und ''Libertad!'' kündigen zur Jahreshauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG am Mittwoch, 20. Juni, in der Kölnarena heftige Proteste gegen das Geschäft mit Abschiebungen in der ''deportation.class'' an.

''Wir werden den reibungslosen Ablauf der Aktionärsversammlung stören'', so Kurt Lindner von ''kein mensch ist illegal'': ''Gleichzeitig werden international Zehntausende an der Online-Demo im Internet teilnehmen.'' Ziel der Proteste sei es, den Konzern endlich zur Aufgabe des ''deportation-business'' zu bewegen. ''Wir fordern eine verbindliche Erklärung der Lufthansa, Abschiebehäftlinge grundsätzlich nicht mehr zu befördern'', erklärt Lindner.

Mit Aktionen auf Flughäfen im In- und Ausland, vor Niederlassungen des Konzern, in Reisebüros und im Internet sei es ''kein mensch ist illegal'' gelungen, die Öffentlichkeit auf die Mitverantwortung des Luftfahrtkonzerns bei der Abschiebepraxis aufmerksam zu machen. ''Der Imageschaden für den Konzern ist enorm'', sagt Lindner. Der Aufruf zur Zivilcourage gegen Abschiebungen sei nicht ohne Wirkung geblieben. Immer mehr Piloten der Airline verweigern den Transport von Abschiebehäftlingen. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert Flugkapitäne dazu auf, ''passengers not willing to travel'' nicht mehr zu transportieren.

Das Management reagiert nervös. Weil die angekündigten Proteste nicht verboten sind, bedroht der Konzern nun Initiativen, die den Protest gegen Abschiebungen unterstützen, mit horrenden Zwangsgeldern. Auf Antrag der Lufthansa AG erließ das Landgericht Frankfurt gegen die Berliner Forschungsgesellschaft Flucht und Migration, deren Büro früher als Postadresse für ''kein mensch ist illegal'' fungierte, eine einstweilige Verfügung mit dem Ziel, eine verfremdete Werbung aus dem Internet zu entfernen. ''Das ist ein lächerlicher Einschüchterungsversuch'', so der Sprecher von ''kein mensch ist illegal''. ''Wenn die Lufthansa weiter abschiebt, wird sich die Kampagne gegen das ''deportation-business'' des Konzerns international verbreitern, schließlich sind auch andere internationale Fluggesellschaften Ziel von Protestaktionen gegen Abschiebungen.''

weitere Informationen: Tel 0179-4982450; Email: kmii-koeln@gmx.net;
Mi.20.6. ab 14:00 aktuelle Informationen uhd Bilder von Aktionen: www.kmii-koeln.de ;
Hintergründe: www.deportation-alliance.com; http://go.to/online-demo ;
www.kritischeaktionaere.de


****** 4. Reuters-Meldung zur LH-Hauptversammlung

Reuters: Sonntag 17. Juni 2001, 09:44 Uhr
VORSCHAU - Lufthansa-HV zwischen Gewinnwarnung und ''E-Protest''

Frankfurt, 17. Jun (Reuters) - Für Lufthansa-Chef Jürgen Weber dürfte der Gang vor seine Aktionäre auf der Hautpversammlung am Mittwoch nicht leicht werden. Kaum hatte der Konzern den heftigen Tarifstreit mit seinen Piloten überstanden, reduzierte er drastisch die Gewinnprognose - unter anderem wegen der kräftigen Gehaltserhöhungen für die Flugzeugführer. Die ohnehin von Tarifkonflikt und Konjunktursorgen belastete Aktie erhielt einen weiteren Dämpfer und stürzte auf ihren tiefsten Stand seit zwei Monaten. Aktionärsvertreter kündigten kritische Fragen für die Hauptversammlung an. Zudem dürfte Weber erneut mit Protest gegen das Ausfliegen abgeschobener Asylbewerber konfrontiert werden. Abschiebungsgegner wollen mit einer ''Online-Demonstration'' die Homepage der Lufthansa lahmlegen.

Mit dem vergangenen Geschäftsjahr dürften die Lufthansa-Aktionäre eigentlich zufrieden sein. Mit zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn erzielte das Unternehmen sein zweitbestes Ergebnis in der Firmengeschichte und behauptete seine Spitzenposition unter den europäischen Fluglinien. Dafür soll es auch eine um sieben Prozent auf 0,60 Euro angehobene Dividende geben. Allerdings brach das Ergebnis im ersten Quartal dieses Jahres fast um hundert Prozent ein, wobei Analysten nicht ausschlossen, dass sich der Konzern für eine bessere Verhandlungsposition mit den Piloten ''arm gerechnet'' habe.

Schon bald nach Verkündung der positiven 2000er Zahlen waren für die Lufthansa dunkle Wolken am Himmel aufgezogen. Analysten prognostizierten ein konjunkturell bedingt schwieriges Jahr 2001, und die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verlangte für die Flugzeugführer saftige Gehaltsanhebungen. Die Tarifverhandlungen zwischen Lufthansa und VC arteten in einen für den Konzern wenig Image fördernden und kostspieligen Konflikt aus. Mehrmals legten die Piloten mit Streiks den Flugverkehr lahm, und am Ende stand ein Tarifabschluss, der die Lufthansa rund 250 Millionen Mark kostet. Hinzu kämen 150 Millionen Mark Aufwendungen für die Streiks. Diese Kosten sowie die Auswirkungen der weltweiten Konjunkturabschwächung veranlassten die Lufthansa, ihre Erwartungen für das operative Ergebnis 2001 um fast ein Drittel zurückzuschrauben. Statt rund einer Milliarde Euro würde nunmehr nur noch mit 700 bis 750 Millionen Euro gerechnet, hieß es dieser Tage.

Analysten und Branchenkenner kritisierten, dass die Lufthansa die Problematik mit den Piloten-Gehältern nicht früher erkannt und in Angriff genommen hatte. Der Aktienkurs der Lufthansa dürfte die Anleger nicht unbedingt zu Beifallsstürmen hinreißen. Das Papier pendelte zuletzt um 20 Euro und damit gut ein Viertel unter seinem Niveau zu Jahresbeginn.

Zu dem Streit mit den Piloten werde er auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Köln wohl ''einige kritische Fragen'' stellen, kündigte Aktionärsvertreter Axel Zülke von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) am Freitag an. Die Verhandlungstaktik der Lufthansa sei ''nicht optimal'' gewesen. Auch der Chef der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, will den Lufthansa-Vorstand zur Rede stellen. Die Gewinnwarnung habe die Aktionäre Geld gekostet. Die Lufthansa-Führung müsse genau erklären, wo die Ergebnisbelastungen ''wirklich herkommen''.

Wie bereits auf der Hauptversammlung im vergangenen Jahr wollen auch diesmal Abschiebungsgegner die Lufthansa an einem sehr wunden Punkt treffen. Die Fluglinie ist gesetzlich gezwungen, abgeschobene Ayslbewerber in ihre Heimatländer zurückzufliegen. Verschiedene Gruppen wie die ''kritischen Aktionäre'' werfen der Gesellschaft vor, daraus Profit zu schlagen. Bereits vergangenes Jahr kam es auf dem Aktionärstreffen zu Tumulten. Diesmal wollen die Abschiebungsgegner auf elektronischem Wege protestieren. Im Rahmen einer ''Online-Demonstration'' wird dazu aufgerufen, die Internet-Seiten der Lufthansa wie etwa den elektronischen Ticket-Service massenweise anzuklicken und so mit einer ''elektronischen Sitzblockade'' lahmzulegen.

Die Lufthansa hat bereits mehrfach darauf verwiesen, dass sie die abgelehnten Asylbewerber per Gesetz ausfliegen muss, und dass sie keine Personen gegen ihren Willen mitnimmt. Trotzdem sieht sich die Firma permanent heftiger Kritik und auch illegalen Angriffen etwa durch gefälschte Pressemitteilungen ausgesetzt. ''Wir nehmen das sehr ernst'', sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Freitag mit Blick auf die ''Online-Demo''. Der Konzern habe zum Schutz seiner Kunden ''alle technischen Vorkehrungen und Abwehrmaßnahmen'' ergriffen.


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Soweit der heutige Infodienst.

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Beste Grüße,
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