- Aufruf zur Internationalistischen
Konferenz in Berlin (Mehringhof) 17./18. März
2006
- Aufruf NEWROZ-Demonstration am
18. März 2006 in Frankfurt/Main
- 08.-16.03.2006 globale06 - das
globalisierungskritische Filmfestival
- 18. März 2006: Internationaler Aktionstag zum
3. Jahrestag des Irak-Krieges, Aufruf
- Fahrraddemo am 18.März in München, Aufruf
- Der Wut eine Richtung geben.
Zum Internationalen Tag der politischen Gefangenen,
Von Mumia Abu-Jamal
- »Die politischen Gefangenen
sind ein Teil von uns«, Gegen Krieg, Besatzung,
Ausbeutung und Repression: Kongreß des Bündnisses
18. März in Berlin. Ein Gespräch mit Daniel
Winter
- WIDERSTAND ORGANISIEREN GEGEN
FOLTER, ENTRECHUNG UND LAGER, Flugblatt
der Libertad!-Ortsgruppe Saarbrücken/Trier zum
18.03.06
- Zum Aktionstag 18. März 2006: Politische
Gefangene in Deutschland, zum Beispiel: Christian
Klar
-
18. März: Tag der politischen
Gefangenen, Für die Freiheit der Gefangenen
- gegen die anhaltende Verbotspraxis für
eine freie politische Betätigung, Pressemitteilung
16. März 2006 - AZADÎ Rechtshilfefonds
für Kurdinnen und Kurden in Deutschland e.V.
Widerstand
gegen Krieg, Besatzung, Ausbeutung und Repression!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Internationalistischen Konferenz
in Berlin (Mehringhof) 17./18. März 2006
Am
18. März vor drei Jahren begann das 48-stündige Kriegsultimatum
gegen den Irak. Am 20. März 2003 wurde er überfallen.
Seitdem herrscht dort Krieg. Das Land ist besetzt, es
wird ausgebeutet und mit der Okkupation stehen Mord,
politische Verfolgung, Gefangenschaft und Folter auf
der Tagesordnung gegenüber allen, die sich gegen die
Besatzer wehren.
Mit
dem 18. März stellen wir gleichzeitig eine Verbindung
zu den Klassenkämpfen der Vergangenheit und Gegenwart
her.
Am
18. März 1848 war es TagelöhnerInnen, Obdachlosen, ArbeiterInnen
und rebellischen Frauen gelungen, die preußische Armee
aus Berlin zu vertreiben. Die versuchte proletarische
Revolution wurde aber brutal niedergeschlagen.
Am
18. März 1871 bewaffnete sich das Pariser Proletariat,
verjagte die französische bourgeoise Herrschaft und
errichtete die Pariser Kommune.
1923
nahm die Internationale Rote Hilfe diesen historischen
Bezug zum Anlass, den internationalen Tag der Hilfe
für die politischen Gefangenen auszurufen, bis der Faschismus
diese Tradition beendete. Seit 1996 wird dieser Tag
wieder bundesweit begangen. Am 18. März findet er zum
zehnten Mal als Aktionstag für die Freiheit der politischen
Gefangenen in der BRD und weltweit statt.
Im
Zeitalter des Imperialismus, 135 Jahre nach der Pariser
Kommune, besteht nach wie vor die dringende Notwendigkeit
für eine Umwälzung der bestehenden Ordnung und des Kampfes
für die Freiheit der politischen Gefangenen.
Krieg
nach Außen – Unterdrückung nach Innen
Begleitet
von einer massiven rassistischen Hetze gegen Muslime
in aller Welt bereiten die Regierungen der imperialistischen
Länder in Zusammenarbeit mit ihren Think Tanks einen
weiteren Krieg vor: den Angriff auf den Iran.
Was
der Weltöffentlichkeit als Feldzug gegen den Terror
präsentiert wird, ist in Wirklichkeit ausschließlich
die Eroberung neuer, für die imperialistischen Mächte
geostrategisch wichtiger Regionen, neuer Märkte für
die multinationalen Konzerne, die Durchsetzung ihrer
Herrschaft. Die Bekämpfung von Befreiungsbewegungen,
Organisationen und Ländern, von allen Menschen, die
der imperialistischen Politik der »Neuen Weltordnung«
im Wege stehen, sind Verbrechen zur Durchsetzung dieser
Ziele.
Die
USA ebenso wie die Europäische Union und ihr voran die
bundesdeutsche Regierung verfolgen dabei ihre eigenen
wirtschaftlichen und politischen Interessen.
Besatzung,
Kriegsführung und Kriegsplanung gehen einher mit verschärften
sozialen Angriffen an der »Heimatfront«.
Sozialraub,
Lohnkürzungen, Massenarbeitslosigkeit und Hartz-Gesetze
treiben Millionen Menschen in die Armut, wovon Jugendliche,
Frauen und MigrantInnen besonders betroffen sind. Gegen
ihren Widerstand richtet sich die Demontage sozialer
und demokratischer Rechte und die Verschärfung der Gesetze
zum Schutz der so genannten »inneren Sicherheit«. Die
Gefängnisse füllen sich auch mit immer mehr sozialen
Gefangenen die versuchen, sich durch individuelle Taten
der Armutsfalle zu entziehen.
Wenn
aber die Herrschenden von Sicherheit sprechen, dann
ist immer nur ihre eigene Sicherheit gemeint.
Für
Flüchtlinge und MigrantInnen wird die »Festung Europa«
immer unüberwindbarer. Tausende Menschen sterben an
den EU-Außengrenzen. Das Abschiebelagersystem wird immer
weiter perfektioniert. Massendeportationen sind an der
Tagesordnung.
Weltweit
sterben tagtäglich mehr als 20 000 Menschen an
Hunger, viele mehr an Krankheiten wegen mangelnder medizinischer
Versorgung, an Folter, durch Morde, durch Massaker und
Kriege. Millionen Menschen werden durch die imperialistische
Politik aus ihrer Heimat vertrieben. Ihr Leben ist in
der Regel ein andauernder Existenzkampf.
Gegen
diese Realität des Imperialismus und Kapitalismus wächst
der Widerstand unterdrückter und kolonialisierter Völker,
von Befreiungsbewegungen und Ausgebeuteten, so unterschiedlich
und widersprüchlich sich das auch ausdrückt. Hierfür
nehmen sie oft Gefangenschaft und Tod in Kauf. Sie haben
nichts weiter zu verlieren als ihre Ketten!
Kriege
liegen in der Natur des Kapitalismus
Tag
für Tag mischt sich die Propaganda der Medien mit Worten
wie Frieden, Demokratie, Menschenrechte, Terrorismus
und Schurkenstaaten in unser Leben.
Der
Sinn dieser Begriffe wird durch permanente psychologische
Gehirnwäsche in seiner Anwendung verdreht und als Rechtfertigung
für immer mehr gegenwärtige und zukünftige Ausbeutung
und Unterdrückung eingesetzt. Sie wollen uns kriegsfähig
machen.
Alle
Menschen, Bewegungen und Länder, die den Imperialismus
für die andauernden weltweiten Missstände verantwortlich
machen, werden als Terroristen definiert und bekämpft.
Zu
den imperialistischen Methoden, die zur Bekämpfung des
so genannten Terrorismus eingesetzt werden, gehören
militärische Eingriffe, Organisierung von illegalen
Paramilitärs, Okkupation von Ländern, Massaker an Völkern,
Schmieden von Provokationen, Verbreitung von Lügen durch
öffentliche Nachrichtenanstalten, Einsatz von militärischen
und wirtschaftlichen Embargos oder Veränderung der Gesetzeslage
zur Ausübung von Kontrolle und Repression gegen Oppositionelle.
Imperialismus
ist mit Krieg und Unterdrückung untrennbar verbunden,
da die imperialistischen Staaten auf der Grundlage der
kapitalistischen Ausbeutung basieren.
Die
Geschichte des vergangenen Jahrhunderts besteht aus
imperialistischen Kriegen mit Millionen von Opfern dieser
Aggressionen. Allein in den beiden Weltkriegen 1914
bis 1918 und 1939 bis 1945 sind mehr als 60 Millionen
Menschen umgekommen.
Der
so genannte »Frieden« seit dem Zweiten Weltkrieg ist
eine Propagandalüge – erinnern wir uns zum Beispiel
nur an die vier Nahostkriege (1948, 1956, 1967 und 1973),
den Vietnamkrieg (1956 bis 1975), den Algerienkrieg
(1956 bis 1962) und den Angriffskrieg gegen Jugoslawien.
Gleich
zu Beginn dieses neuen Jahrhunderts wird der 11. September
2001 zum Freifahrtschein für eine intensivierte imperialistische
Offensive.
Afghanistan
wird bombardiert, das vom Westen aufgebaute Taliban-Regime
durch das pro-westliche Marionettenregime von Hamid
Karsai ersetzt. Die BRD hatte im Krieg und auch jetzt
bei der Besatzung des Landes eine führende Rolle.
Gleich
danach wird der Irak angegriffen. Mit Lügen über angebliche
irakische ABC-Waffenarsenale wurde der Krieg gerechtfertigt,
das Land bombardiert und besetzt. Folterungen gehören
zur Regel. Bisher wurden über 100 000 Menschen
getötet.
Es
werden immer neue Vorwände herbeigelogen, um die Unterwerfung
des gesamten arabischen Raumes unter die eigenen Interessen
zu legitimieren.
Durch
die Nato kam in Jugoslawien und im Irak uranangereicherte
Munition zum Einsatz. Auch dass erst kürzlich das Pentagon
aufgrund des öffentlichen Drucks zugeben musste, selbst
chemische Waffen in Form von weißem Phosphor gegen irakische
Widerstandsgruppen und die Zivilbevölkerung eingesetzt
zu haben, bleibt ohne Konsequenzen.
Nun
drohen die USA, die EU und Israel dem Iran mit »militärischen
Optionen« wegen angeblicher Atomwaffenpläne. Der Imperialismus
beharrt darauf, dass Israel als einzige Atomwaffenmacht
im Nahen Osten die Stellung halten soll. Dort führt
die israelische Besatzungsmacht seit dem 15. Mai 1948
eine Vertreibungs- und Vernichtungspolitik gegen die
PalästinenserInnen.
Widerstand
gegen Krieg und Besatzung
Seit
nunmehr 58 Jahren befindet sich die Bevölkerung Palästinas
permanent im Krieg gegen die Besatzung Israels. Trotz
des imperialistischen Terrors und der Besatzung in Afghanistan
und im Irak dauert der Widerstand an. Weder die vom
US-Imperialismus eingeleiteten Wahlen im besetzten Irak
noch die Marionetten-Regierung waren bisher in der Lage,
den irakischen Widerstand zu brechen.
Nur
ein Abzug aus den besetzten Gebieten – aus Palästina,
Afghanistan und Irak – könnte zu einer Lösung führen.
In
Lateinamerika haben sich in den letzten Jahren eine
starke Bewegungen gegen imperialistische Herrschaft
und Ausbeutung entwickelt – zum Beispiel in Venezuela,
Bolivien, Kolumbien, Argentinien, Brasilien.
Ausgehend
von weltweiten Kämpfen gegen Neoliberalismus und kapitalistische
Globalisierung, daher dem verschärften Diktat von IWF-Weltbank
und internationalen Konzernen, protestierten Zehntausende
aus proletarischen Stadtteilen und vom Land wie zum
Beispiel in Argentinien oder Bolivien gegen Privatisierung
und Ausbeutung und besetzten Fabriken und die Regierungsviertel.
In Kolumbien kämpfen Guerilla-Gruppen, Bauernbewegung
und kriminalisierte GewerkschafterInnen, ausgehend von
befreiten Gebieten, gegen die korrupte kolumbianische
Regierung und von den USA ausgebildeten Contras. Der
bolivarianische Weg in der Republik Venezuela gibt der
Bevölkerung dort wie auch in Cuba und anderen lateinamerikanischen
Ländern neue Hoffnung auf Selbstorganisierung. In Nepal
sind 80 Prozent des Landes befreit und die Aufständischen –
angeführt von der KPN(M) – sind dabei, die Macht
zu übernehmen. Es wächst die Zuversicht, sich gegen
die Macht der imperialistischen Monopole wehren zu können.
Gefängnisse
zur Aufrechterhaltung des Systems der Unterdrückung
Gefängnisse
dienen seit jeher dazu, WiderstandskämpferInnen und
Aufständische von ihrer Haltung abzubringen und sie
zu vernichten.
Clara
Zetkin führte 1932 dazu aus: »Das ganze kapitalistische
Gefängnisregime ist darauf angelegt die (politischen)
Gefangenen körperlich und seelisch zu zermürben, Folterungen,
Kerker, Einzelhaft, geisttötende Arbeit, Schikanen und
Einbehaltung revolutionärer Presse und Literatur sowie
schlechte Kost und so weiter sind dabei die täglichen
Erscheinungen.«
Um
das »demokratische Antlitz der westlichen Zivilisation«
zu bedienen, kamen in den letzten Jahrzehnten zur blutigen
Folter neue Foltermethoden hinzu, die für den Außenstehenden
auf den ersten Anblick nicht sofort als Folter erkenntlich
sind. Innerhalb der Gefängnisse wurden auf wissenschaftlicher
Grundlage Isolationstrakte (»Tote Trakte«) entwickelt:
die politischen Gefangenen – später auch alle anderen
renitenten Gefangenen – werden weitläufig in sterilen
weißen und schallisolierten Einzelzellen voneinander
isoliert, um ihre Wahrnehmung unter anderem durch den
Entzug aller Sinnesreize zu zerstören. Diese toten Trakte
sind international bekannt als »Weiße Folter« beziehungsweise
»Stammheimer Modell«.
Die
Bush-Regierung hat eine so genannte internationale »Anti-Terror-Liste«
zusammengestellt. Diese wurde Ende 2002 bereitwillig
auch von der EU übernommen. Federführend in der Durchsetzung
der EU-Terrorliste war der spanische post-faschistische
Präsident Aznar. Auf der EU-Terrorliste finden sich
daher Personen und Organisationen, die in der Vergangenheit
oder noch gegenwärtig die Nato-Armee und deren Doktrin
ablehnen oder bekämpfen beziehungsweise sich gegen die
»Neue Weltordnung« zur wehr setzen. Dementsprechend
finden sich in der Liste auch viele Organisationen und
Einzelpersonen aus dem Baskenland – wo die EU bisher
jegliche Friedenslösung blockiert.
Analog
zum unter SPD/Grüne verschärften Paragraph-129b (»Mitgliedschaft
und Unterstützung für eine ausländische terroristische
Vereinigung«) soll die »EU-Terrorliste« aber vor allem
dazu dienen, dass Vertreter und Repräsentanten von Befreiungsbewegungen
aus aller Welt in den EU-Ländern nicht mehr über ihren
Kampf und die Repression informieren oder um Unterstützung
bitten können.
In
den Ländern Europas werden die Sicherheitsgesetze aus
den 60er und 70er Jahren wie zum Beispiel die Praxis
der Killfahndung aus den Zeiten der RAF-Fahndung in
der BRD nicht abgeschafft, sondern angesichts der stattfindenden
und anstehenden Kriege immer weiter ausgebaut. Dass
die Repression gegen fortschrittliche Strukturen auch
in Deutschland anhält und massiver wird, haben uns die
Paragraph-129a-Prozesse gegen die Magdeburger Linke
gezeigt. Marco und Daniel wurden zu mehrjährigen Freiheitsstrafen
verurteilt.
Bundeswehrsoldaten
im Kongo und in Afghanistan als auch Ausbildung von
irakischer Polizei durch deutsche Sicherheitsorgane
bedeuten eben auch Ausbau der Festung Europa, verschärfte
Kontrollen im Inneren und letztendlich Anwendung aller
Gesetze gegen die oppositionelle linke Bewegung, gegen
die Gefangenen in Frankreich, Italien, Deutschland und
anderen Ländern, die in den 70er und 80er Jahren gegen
Nato und Ausbeutung gekämpft haben und gegen uns, wenn
wir uns für unsere Gefangenen einsetzen.
Die
von der CIA weltweit – wie auch in den EU-Staaten –
errichteten Geheimgefängnisse und Folterzentren und
die dort angewandten Folterungen wie: sexuelle Erniedrigung,
Vergewaltigungen, Ertränken, Scheinerschießungen, Einsetzen
von Ratten und Schlangen bei Nachtverhören wie in Guantanamo
und im Irak haben uns die ganze Barbarei der westlichen
»Anti-Terror-Krieger« in den letzten Monaten durch immer
neue Enthüllungen vor Augen geführt.
Kolumbianische
Revolutionäre, wie Sonia und Simon Trinidad, wurden
von der CIA in Kolumbien entführt und in nordamerikanische
Gefängnisse gebracht. Der Kolumbianer Rodrigo Granda
wurde in Venezuela ebenfalls von der CIA entführt und
befindet sich jetzt in einem kolumbianischen Gefängnis.
Dass
deutsche Geheimdienstler bei Folterungen in Guantanamo
und anderen Folterzentren beteiligt sind, hat für einen
kurzen Aufschrei gesorgt. Die geheimen Folterflugzeuge
der CIA, welche die Gefangenen zu geheimen Gefängnissen
deportieren, verdeutlichen, dass die EU-Staaten im »Krieg
gegen den Terror« mit den USA eng zusammenarbeiten.
So wurden europäische Flughäfen über 800-Mal (Deutschland
437, Großbritannien 210) für Überflüge von der CIA benutzt.
Um
strafrechtliche Konsequenzen müssen sich die Beteiligten
unter BND-Außenminister Steinmeier nicht sorgen. Berichte
von geheimen Gefängnissen waren bis vor einigen Jahren
nur durch die Aussagen palästinensischer und israelischer
Gefangener über israelische Gefängnisse in der Negev
Wüste an die Öffentlichkeit gedrungen.
Folter
ist Teil der systematischen Gefängnispolitik. Sie ist
keine »Ausnahme«, sondern Teil des Herrschaftssystems.
Gegen
das Vergessen: Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Wegen
ihres Kampfes für eine lebenswerte Welt, in der die
Völker das Recht auf Selbstbestimmung besitzen und frei
sind von kapitalistischer Herrschaft, frei von Krieg
und Armut, befinden sich hunderttausende Menschen weltweit
in Gefängnissen. Weltweit sind diese politischen Gefangenen
der Willkür, der blutigen und weißen Folter der Herrschenden
ausgesetzt, damit sie ihre politische Haltung aufgeben.
Trotz dieser Bedingungen geht der Kampf auch hinter
den Mauern weiter. Ihr Widerstand stärkt die Hoffnung
und den Kampf auch außerhalb der Mauern.
Die
Gefangenen aus der RAF – Eva Haule, Birgit Hogefeld,
Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt sitzen zum Teil
seit über 20 Jahren in deutschen Gefängnissen. Auch
die Gefangenen aus Action Direct in Frankreich sind
aus denselben Gründen weiterhin unter harten Bedingungen
gefangen, obwohl sie ihre Haftstrafen bereits abgesessen
haben. Es wird deutlich, dass der Staat Rache nimmt.
Die
revolutionären Gefangenen in der Türkei führen einen
seit über fünf Jahren andauernden Widerstand gegen die
Isolation. Als dort am 19. Dezember 2000 bei der Verlegung
in die F-Typ Isolationsgefängnisse 28 Gefangene ermordet
wurden, befanden sich bereits tausende revolutionäre
Gefangene in einem Hungerstreik, welcher in ein Todesfasten
umgewandelt wurde. Der Kampf gegen die Isolation hat
in der Türkei bereits 121 Leben gefordert. Er wird aber
sowohl im Knast als auch außerhalb der Mauern trotz
massiver staatlicher Repression gegen die UnterstützerInnen
des Widerstands fortgesetzt.
Im
Baskenland wird der Kampf der linken baskischen Bewegung
für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung durch den Staatsapparat
Spaniens kriminalisiert und massiv verfolgt. Neben etlichen
Verboten Spaniens gegen den legitimen Kampf sind die
baskischen Gefangenen mit einer Zerstreuungspolitik
Spaniens und Frankreichs konfrontiert. Sie werden in
beiden Ländern über tausende Kilometer verteilt und
voneinander isoliert. In gleicher Weise wird mit den
spanischen antifaschistischen Gefangenen aus der GRAPO
und PCE(r) umgegangen. Ihre Angehörigen und FreundInnen
sind ebenfalls der Verfolgung und den Repressalien des
spanischen Staates ausgesetzt.
In
Kolumbien werden die politischen Gefangenen in Hochsicherheitstrakten
der Gefängnisse von anderen Gefangenen isoliert. Es
herrscht Willkür, die AnwältInnen und Angehörigen der
politischen Gefangenen werden terrorisiert, was ein
Teil der Isolationspolitik des kolumbianischen Staates
ist.
In
den Gefängnissen Perus wurden bei mehreren Massakern
über 200 Gefangene der kommunistischen Partei und der
Guerilla-Bewegung MRTA liquidiert.
Weltweit
müssen politische Gefangene um die Wahrung ihrer Identität
kämpfen. Nicht vergessen sind auch die politischen Gefangenen
in Asien, in Lateinamerika, in Afrika und USA, wo neben
den fünf kubanischen politischen Gefangenen, Mumia Abu
Jamal und Leonard Peltier noch viele, weniger bekannte
politische Gefangene in den Gefängnissen sitzen.
Unsere
Antwort lautet: Internationale Solidarität und Widerstand!
Krieg
und Ausbeutung, Unterdrückung und Repression sind die
Folge verschärfter, weltweiter kapitalistischer Konkurrenz.
Imperialistische Kriege weiten sich aus, die Repression
gegen den Widerstand wird auf globaler Ebene geführt.
Folter und Mord an politischen Gefangenen werden totgeschwiegen
und permanent fortgesetzt. Gleichzeitig wird die Gesetzeslage
der gegenwärtigen Aggressionspolitik angepasst, so dass
jegliches Engagement für Rechte und Freiheiten bereits
als Terrorismus gewertet wird.
Diesen
Angriffen gegenüber steht die Solidarität als unsere
Waffe, derer wir uns annehmen müssen. Denn solange sie
uns spalten und voneinander isolieren, werden wir nicht
die nötige Kraft aufbringen, uns gegen diesen Feind,
der sich unter anderem in Krieg, Besatzung und Repression
ausdrückt, zu wehren.
Gegenüber
der imperialistischen Globalisierung lautet unsere Antwort:
internationale Solidarität und Widerstand!
Nein
zum imperialistischen Krieg!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Hoch die internationale Solidarität!
Internationalistische
Konferenz im Mehringhof
in
Berlin im Mehringhof (Gneisenaustraße 2a, U-Mehringdamm)
Freitag
| 17. März 2006 | 18 Uhr | Versammlungsraum | Besatzung
& Krieg
Said
Dudin (Palästinensischer Journalist, One World Media),
Rüdiger Göbel (junge Welt), Luz Perly Cordoba (Kolumbien),
Winfried Wolf (junge Welt – angefragt), Kurdistan-Delegation,
N.N. (Palästina)
Samstag
| 18. März 2006 | 10 Uhr | Clash | Repression &
Politische Gefangene
Alisan
Sanli (Todesfastenveteran), Irish Revolutionary Socialist
Party (Irland), Plataforma (gegen Festung Europa), Ex-Gefangener
aus dem Baskenland, N.N. (Ex-RAF), Rote Hilfe International
(Schweiz), Gruppe Internationale Solidarität (Magdeburg)
Demonstration:
Samstag
| 18. März 2006 | 15 Uhr | U-Mehringdamm, Endkundgebung:
Heinrichplatz (Kreuzberg)
Bündnis 18. März
www.18maerz06.tk
| 18maerz06@gmx.de
ViSdP:
Maria Scholz, Hauptstraße 7, 10783 Berl
NEWROZ-Demonstration
am 18. März 2006 in Frankfurt/Main
Hiermit rufen wir Sie zur Teilnahme und Unterstützung
unserer am 18. März 2006 in Frankfurt geplanten
Newroz-Demonstration auf.
Ein Festtag
Am 21. März feiern die Völker des Mittleren
Ostens Newroz als Beginn des Neuen Jahres und des Frühlings.
Für das kurdische Volk ist es zugleich Ausdruck
des Widerstandes gegen Unterdrückung und Verfolgung.
Ein Trauertag
Immer wieder werden Newrozfeierlichkeiten verboten,
Teilnehmer sowie Veranstalter verhaftet und verfolgt.
Angriffe durch türkische Sicherheitskräfte
und Nationalisten mit Toten und Verletzten gehören
ebenfalls zur traurigen Realität.
Eine Realität
Dies zeigt auch, wie weit die Türkei von einer
Lösung der kurdischen Frage entfernt ist. Trotz
wiederholter Deklarationen und Waffenstillstände
der kurdischen Seite für eine politische Lösung
verweigern Regierung und Militär den Dialog. Stattdessen:
umfangreichste Militäroperationen seit Jahren,
Morde an Zivilisten auf offener Straße durch türkische
Sicherheitskräfte, starke Repressionen gegen zivilgesellschaftliche
Organisationen, ein neues Anti-Terror-Gesetz, das jedes
Recht auf oppositionelle politische Meinungsäußerung
und Betätigung verbietet. Die Ereignisse in und
nach Semdinli, wo die Zivilbevölkerung Soldaten
einer Sondereinheit bei einem Bombenanschlag überwältigte
sowie Methoden und Ausmaß der staatlichen Kriegsführung
belegende Dokumente der Armee (Todeslisten, Anschlagspläne,
Massengräber) sicherstellte, unterstreichen die
Dominanz des Militärs und die Handlungsunfähigkeit
der Regierung. Auch die Intensivierung der Isolationshaftbedingungen
mit Gefährdung des Lebens der kurdischen Führungspersönlichkeit
Abdullah Öcalan - u.a. in Form von Arreststrafen,
willkürlicher Unterbindung von Anwalts- und Familienbesuchen,
Verweigerung notwendiger medizinischer Maßnahmen
- verdeutlicht die Haltung der Türkei.
Ein Aufruf
Wir Kurdinnen und Kurden in der Bundsrepublik wollen
zu Newroz 2006 mit einer bundesweiten Demonstration
und Kundgebung in Frankfurt zusammenkommen
für Frieden, Freiheit und Demokratie
gegen Unterdrückung, Verfolgung und Vernichtung
für eine politische Lösung der kurdischen
Frage
gegen das Schweigen der Weltöffentlichkeit
und insbesondere der EU
für die Anerkennung unserer Identität,
Kultur und Sprache
gegen Isolation und Rassismus
für die Freiheit von Abdullah Öcalan
und die Unversehrtheit seines Lebens
Feiern Sie mit uns das Fest des Frühlings, der
Hoffnung und des Friedens, das Fest des Aufbegehrens
gegen Rassismus und Unterdrückung!
Veranstalter: Föderation kurdischer Vereine in
Deutschland YEK-KOM e.V., Graf- Adolf- Str. 70A,
40210 Düsseldorf, yekkom@gmx.net, www.yekkom.com
08.-16.03.2006
globale06 - das globalisierungskritische Filmfestival
ACUD KINO | Veteranenstraße 21 | 10119 Berlin-Mitte
Programm: www.globale-filmfestival.de
Montag, 13.03.2006, 19:30
*Dorothea Dieckmann liest aus ihrem Roman: Guantánamo*
Rashid aus Hamburg reist nach Indien, um seine Großmutter
zu besuchen. Auf seiner Reise gerät er in Pakistan
in eine Demonstration und wird festgenommen. Nach mehreren
Nächten in Haft wird er auf den kubanischen Stützpunkt
der USA geflogen. Bevor man ihn in einen Drahtkäfig
sperrt, muss er gefesselt am Boden knien, mit Blindbrille,
Ohrschützern und Atemmaske. So beginnt der Überlebenskampf
an einem menschenfeindlichen Ort, den die Autorin aus
Rashids Perspektive in sechs Szenen seiner Gefangenschaft
erzählt. "Guantánamo" ist ein
fiktiver Roman, dem jedoch eine exakte Recherche der
Fakten zugrunde liegt. Fiktiv muss er insofern bleiben,
als das Innere eines anderen, seine Angst und sein Ausgeliefertsein,
nur mit den Mitteln der Vorstellungskraft erfasst und
erzählt werden kann. Dorothea Dieckmann (*1957)
lebt und arbeitet in Hamburg als freie Schriftstellerin,
Essayistin und Literaturkritikerin.
Montag, 13.03.2006, 22:00
*Gefängnisbilder*
Regie: Harun Farocki, D 2000, Doku, 60 Min., OF
In Filmzitaten spürt Harun Farocki dem Wesen der
Überwachung und der Zurichtung des Menschen in
der Institution Gefängnis nach. Ihre vorläufige
Perfektion findet sie in den Bildern der Überwachungskameras
des kalifornischen Corcoran Hochsicherheitsgefängnisses:
Man sieht eine Betonfläche, die so konstruiert
ist, dass Gefangene an keinem Ort Schutz vor dem Blick
der Kamera suchen könnten. Man sieht Männer,
die nur Unterwäsche tragen. Ein Gefangener greift
einen anderen an, alle Unbeteiligten legen sich sofort
auf den Boden. Es wird geschossen, der Häftling
bricht zusammen. Weißer Rauch zieht durch das
Bild. Das Gewehr ist direkt neben der Kamera, Blickfeld
und Schussfeld fallen zusammen.
Dienstag, 14.03.2006, 19:30
*Schmutziger Krieg gegen Terror?*
Diskussion mit Wolfgang Kaleck, Vorsitzender des Republikanischen
Anwältinnen- und Anwältevereins und Andreas
Förster, Politikredakteur und Geheimdienstexperte
der Berliner Zeitung
Menschen werden von Agenten entführt, mit Flugzeugen
kreuz und quer über die Welt geflogen, in ehemaligen
Verließen der rumänischen Securitate gefoltert
und anschließend irgendwo auf dem Balkan ausgesetzt.
Das ist kein Kino. Mit ihren Gefangenenflügen,
Geheimgefängnissen und dem System "außergewöhnlicher
Überstellungen" von Gefangenen an Folterstaaten
haben die US-Regierung und ihre Verbündeten ein
global vernetztes Schattenreich geschaffen. Die europäischen
Staaten haben diese Verbrechen nicht nur jahrelang geduldet,
sondern aktiv an ihnen teilgenommen. Wolfgang Kaleck
vertritt vier Gefangene aus Abu Ghraib und hat Strafanzeige
gegen den US-Verteidigungsminister gestellt. Andreas
Förster recherchiert über die Verstrickung
deutscher Behörden in den schmutzigen Krieg der
Geheimdienste.
Dienstag, 14.03.2006, 22:00
*This is Camp X-ray*
Regie: Damien Mahoney, GB 2004, Doku, 70 Min., Englisch
In Drahtverschlägen knieende Männer in orangenen
Overalls, mit Blindbrillen und Ohrenschützern,
von Soldaten mit Maschinengewehren bewacht - mit diesem
medial gegenwärtigen Bild des Krieges wurden PassantInnen
in Manchester im Oktober 2003 vor ihr Haustür konfrontiert.
Die KünstlerInnengruppe UHC installierte und betrieb
eine lebensgroße Kopie des Guantánamo-Gefangenenlagers
in der britischen Großstadt. Der Film folgt den
KünstlerInnen und AktivistInnen, die für neun
Tage zu Soldaten oder Gefangenen wurden, zeichnet die
lebhaften und nachdenklichen Reaktionen und Diskussionen
nach, die durch die Installation ausgelöst wurden.
Zu Gast: Damien Mahoney, Regisseur
18.
März 2006: Internationaler Aktionstag zum 3. Jahrestag
des Irak-Krieges
Gegen Krieg und Besatzung im Irak
Neue Weltordnungskriege verhindern
Deutsche Unterstützung beenden
Wir müssen der globale Widerstand gegen
die Besatzung im Irak werden. (Arundhati Roy,
Mumbai 2004)
Am 20. März 2003 begann trotz weltweiter Proteste
der US-geführte Überfall auf den Irak. Der
Krieg ist noch lange nicht zu Ende. Weit über einhunderttausend
Iraker sind der Invasion und der Besatzung bisher zum
Opfer gefallen und die Zahl steigt täglich weiter,
auch die der getöteten Besatzer. Die Besatzung
ist die Hauptursache für die eskalierende Gewalt
und keinesfalls die Lösung, sie muss schnellstmöglichst
beendet werden.
Die Besatzung ist weder durch die Resolutionen des
UN-Sicherheitsrates noch durch Wahlen unter US-amerikanischem
Protektorat rechtmäßig geworden. Statt sie
zu beenden und dem irakischen Volk die Organisation
seiner Gesellschaft selbst zu überlassen sowie
die Mittel zur Beseitigung der angerichteten Zerstörungen
bereitzustellen, setzt die US-Regierung auf eine Marionettenregierung
und die militärische Vernichtung des Widerstandes.
Die Besatzungspolitik vertieft absichtlich die ethnischen
und religiösen Gegensätze in der irakischen
Gesellschaft und bedroht die staatliche Einheit des
Iraks. Folter, Geheimgefängnisse und Todesschwadrone
gehören zum Alltag. Unabhängig davon, welche
Konflikte nach Abzug der Besatzungstruppen möglicherweise
drohen, die Besatzung selbst ist die Hauptursache für
die eskalierende Gewalt und kann keinesfalls zu ihrer
Lösung beitragen.
Entgegen internationalem Recht, das so weitreichende
Eingriffe von Besatzungsmächten in Staat und Gesellschaft
eines besetzten Landes strikt untersagt, haben die USA
und ihre irakischen Verbündeten mit einer Vielfalt
von Dekreten und einer neuen Verfassung den Rahmen für
den Ausverkauf der irakischen Wirtschaft und den Zugriff
auf das irakische Öl geschaffen.
Iraker gegen Besatzung und Ausverkauf
Die überwiegende Mehrheit des Landes lehnt dies
entschieden ab. Selbst die mit Washington verbündeten
schiitischen Parteien sahen sich daher im Wahlkampf
gezwungen, einen Pakt der Ehre zu unterschreiben,
der verlangt, sich für einen raschen Abzug der
Besatzungstruppen und die Eliminierung aller Auswirkungen
ihrer Präsenz einzusetzen. Der von vielen
irakischen Gruppen und Persönlichkeiten unterzeichnete
Pakt verlangt zudem die Anerkennung des Rechts auf Widerstand.
Nach Jugoslawien, Afghanistan und Irak neue
Weltordnungskriege gegen Syrien und Iran?
Während die Kriege in Afghanistan und Irak andauern,
drohen bereits neue gegen Syrien und Iran. Vorbereitet
nach demselben Muster wie der Krieg gegen den Irak,
haben sie auch dieselben Ziele: die militärische
und politische Kontrolle des Mittleren Ostens und den
Zugriff auf dessen Ressourcen.
Krieg mit deutscher Unterstützung
Die Kriegspolitik der USA wird von Deutschland und
den anderen europäischen Staaten unterstützt.
Immer neue Enthüllungen über Folterflüge
der CIA und über Verhöre unter Folter in Drittländern
zeigen das Ausmaß der Verstrickung in die verbrecherischen
Kriege. Deutschland leistet im Irakkrieg neben logistischer
auch direkte militärische Unterstützung -
wie jüngst bekannt wurde, sogar bei der Bombardierung
irakischer Städte.
Die internationale Antikriegsbewegung wächst
Nicht nur im Irak, auch bei den Besatzungsmächten
zu Hause, wächst der Widerstand. In den USA stehen
die Mütter gefallener Soldaten und Irakkriegsveteranen
an der Spitze der Bewegung. Am 3. Jahrestag des Krieges
werden zu den Demonstrationen in zahlreichen US-Städten
von New York bis Los Angeles wieder Hunderttausende
erwartet.
Wir rufen dazu auf, das weltweite Engagement gegen
die Besatzung durch eigene Aktionen zu unterstützen.
Wir fordern die Bundesregierung auf, die politische,
ökonomische und militärische Unterstützung
dieses Verbrechens die nach einem Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts ebenfalls ein völkerrechtliches
Delikt ist unverzüglich zu beenden
und auf ihre Verbündeten einzuwirken, ihre Truppen
aus dem Irak zurückzuziehen.
Wir fordern Asyl für all jene Soldaten, die sich
weigern, im Irak Krieg zu führen.
* Sofortige Einstellung der US-Angriffe auf irakische
Städte
* Rascher und bedingungsloser Abzug der Besatzungsmächte
aus dem Irak
* Wiedergutmachung der angerichteten Schäden
* Einstellung jeglicher Unterstützung der Besatzung
durch die deutschen und die europäischen Regierungen
* Schließung der US-amerikanischen Militärstützpunkte
in Deutschland
* Ende der Bedrohung Syriens und Irans, keine Einmischung
in die inneren Angelegenheiten der arabischen und islamischen
Staaten
Fahrraddemo
am 18.März in München
Los gehts um 15:00 Uhr am Marienplatz - direkt nach
der "Kundgebung zum
3.Jahrestag des völkerrechtswidrigen Angriffs gegen
den Irak", die um 14:00
Uhr beginnt und sich auch gegen Folter, Besatzung und
den drohenden Irankrieg
wendet. Hier wird es auch einen Redebeitrag zum bundesweiten
"Aktionstag für
die Freiheit der politischen Gefangenen und gegen staatliche
Repression"
geben.
Die Radldemo besucht:
-die europäische Vertretung in der Erhardstraße,
um gegen die europäische
Sicherheits- und Abschottungspolitik zu protestieren
-das amerikanische Konsulat in der Königinstr.,
als die Vertretung eines
Landes das legal hinrichtet und immer legaler foltert
-das bayrische Innenministerium am Odeonsplatz, in
seiner Funktion als
bundesdeutsche Behörde und als Vertreterin der
bayrischen Innenpolitik,
(an allen Orten wird jeweils ein themenbezogener Redebeitrag
gehalten werden!)
-zu Fuß gehts dann weiter zum Polizeipräsidium
in die Ettstraße, ein Ort, der
nicht nur für linke AktivistInnen in der Stadt
wohl das Sinnbild für
Polizeiwillkür ist.
Kommt möglichst zahlreich mit Rädern, Transpis,
...
wer ohne Fahrrad ist: wir treffen uns am Innenministerium
bzw. an der
Abschlusskundgebung in der Ettstraße
Aktionsbündnis 18.3.2006
Junge Welt 18.03.2006 / Ausland / Seite 06
Schreiben hinter Mauern
Der Wut eine Richtung
geben. Zum Internationalen Tag der politischen Gefangenen
Von Mumia Abu-Jamal
Wenn ich an Bücher denke, die hinter Gefängnismauern
geschrieben wurden, dann fallen mir vor allem die Schriften
ein, die ich als Jugendlicher gelesen habe und die mir
halfen, revolutionäres Bewußtsein zu entwickeln.
An erster Stelle Malcolm X, dessen Autobiographie 1965
erschien, nachdem er schon einige Jahre aus dem Gefängnis
entlassen war. Er erzählt darin auf eine sehr bewegende
Weise, wie er sich hinter Gittern wandelte. Aus dem
Sträfling mit dem Spitznamen »Satan«
wurde in seiner letzten Lebensphase vor seiner Ermordung
am 21. Februar 1965 ein überzeugter Internationalist
und Kriegsgegner. Malcolm X erteilte uns eine zum Nachdenken
provozierende Lektion, als er einmal seinen Zuhörern
bei einer seiner Reden zurief: »Erschreckt nicht,
wenn ich euch sage, daß ich im Gefängnis
war ihr selbst seid immer noch im Gefängnis!«
Von Malcolms Autobiographie führt eine unsichtbare,
aber direkte Linie zu dem Gründer der Black Panther
Party Huey P. Newton und seinem Buch »Revolutionary
Suicide«, zu Eldrigde Cleavers »Soul on
Ice«, zu George Jacksons »Blood in My Eye«
und zu Angela Davis' »If They come for Me in the
Morning«. Diese Werke öffneten einer ganzen
Generation die Augen und brachten sie dazu, sich der
schwarzen Befreiungsbewegung anzuschließen. Die
Texte schärften nicht nur den Blick für die
Unterdrückung im Gefängnis, sondern sie zerstörten
auch die Illusion, daß es außerhalb der
Gefängnisse für Schwarze so etwas wie Freiheit
gibt.
Wir dürfen dabei nicht vergessen, daß für
Afrikaner auf dem amerikanischen Kontinent ein Dasein
in Ketten und Gefangenschaft weit vor der Gründung
der Vereinigten Staaten von Amerika begonnen hat. Und
die heutigen Ghettos und andere Orte der Armut sind
nichts anderes als Freiluft-Gefängnisse, weil die
Bewohner gezwungen sind, ein Leben in Angst zu führen.
Niemand hat einen klareren Begriff von der Freiheit
als derjenige, dem sie verweigert wird. Jahrhundertelang
war den in die amerikanische Region verschleppten afrikanischen
Sklaven klar, daß das Freiheitsgerede der Herrschaften
für sie nichts als leeres Geschwätz war. Der
Begriff Freiheit stand nur für die Freiheit der
Weißen, und wenn sie von Gleichheit sprachen,
dann war die Gleichheit unter Weißen gemeint.
Lange Zeit war deshalb der gesamte Süden der USA
für Schwarze ein großes Gefängnis. Und
viele Gegenden in den sogenannten freien Nordstaaten
bedeuteten für Afrikaner bestenfalls Knechtschaft
im offenem Vollzug, egal ob man Sklave oder »Freier«
war. Es entspricht dieser Tradition, daß heute
das ganze Land in ein riesiges Gefängnis verwandelt
worden ist, in dem über zwei Millionen Menschen
eingesperrt sind, während Politiker die USA vollmundig
als »freies Land« verkaufen.
Das fehlende kulturelle und historische Bewußtsein
und das mangelnde Wissen über den Widerstand, wie
es für die heutigen Gefangenen typisch ist, entspricht
unmittelbar dem unterentwickelten Bewußtsein der
jungen Leute in den Ghettos. Nach dem Triumph der Bürgerrechtsbewegung
befinden wir uns jetzt in einer Ära, in der Millionen
junge Schwarze ihre eigene Widerstandsgeschichte nicht
mehr kennen und von ihr auch nichts mehr wissen wollen.
Sie interessiert nur noch das Leben auf der Straße.
Das ist ihr Schlachtfeld, auf dem sie sich gegenseitig
zur Zielscheibe machen. Dementsprechend handelt die
in den Zellen vorwiegend gelesene Literatur von einer
Verklärung des Gangstertums, der Zuhälterei
und des Drogenhandels. Während jene, die einmal
das Land regieren sollen, in den Hochschulen Kurse über
die Geschichte des revolutionären schwarzen Widerstands
belegen, wollen ihre Altersgenossen in den Gefängnissen,
die Nachfahren jener leidenschaftlichen schwarzen Freiheitskämpfer
sind, von dem »Afro-Scheiß« nichts
mehr wissen und interessieren sich höchstens dafür,
wie man als Gangster in den öden Ghettos überleben
kann.
Die unter uns, die wissen, welche Kraft in unserer
Geschichte steckt, müssen einen Weg finden, um
diese jungen Leute zu erreichen, müssen sie mit
der Fülle unserer Widerstandsgeschichte überraschen
und ihrer Wut eine Richtung geben. Wir müssen uns
dabei unserer tapferen Schwester Harriet Tubman erinnern,
die zur Zeit der Sklaverei »Moses« genannt
wurde, weil sie tausend schwarze Sklaven auf geheimen
Wegen in die Freiheit geleitet hat. Als sie später
für ihr Handeln geehrt wurde, meinte sie in einem
Kommentar, der heute noch genauso zutrifft wie damals:
»Ich wäre in der Lage gewesen, noch tausend
weitere Sklaven zu befreien, wenn ich sie nur davon
hätte überzeugen können, daß sie
tatsächlich ein Dasein als Sklaven fristen!«
(Übersetzung: Jürgen Heiser)
Tageszeitung junge Welt 16.03.2006 / Interview / Seite
08
»Die
politischen Gefangenen sind ein Teil von uns«
Gegen Krieg, Besatzung, Ausbeutung und Repression:
Kongreß des Bündnisses 18. März in Berlin.
Ein Gespräch mit Daniel Winter
* Der 18. März ist der internationale Tag der
politischen Gefangenen. Der Antifaschist Daniel Winter
ist einer der Verurteilten aus den 129a-Verfahren gegen
Magdeburger Linke. Über das Verfahren wird am zweiten
Tag des Berliner Kongresses berichtet
F: Von der Internationalen Roten Hilfe wurde 1923 der
18. März zum Tag der politischen Gefangenen erklärt.
Welche Bedeutung hat dieser Tag in der Gegenwart?
Noch immer sitzen zahlreiche politische Gefangene in
deutschen Knästen, einige schon seit 24 Jahren.
Angefangen bei den Gefangenen aus der RAF, die noch
immer unter starkem Repressionsdruck stehen, über
Hunderte unschuldige Menschen in Abschiebehaft bis hin
zu kurdischen und türkischen Genossinnen und Genossen.
Diese Beispiele zeigen, daß unsere Solidarität
nach wie vor wichtig ist. Die Gefangenen sind ein Teil
von uns, und es ist uns wichtig, daß dieser Aspekt
wieder stärker in die politische Arbeit einbezogen
wird.
F: Das Bündnis 18. März organisiert einen
internationalistischen Kongreß gegen Krieg und
Besatzung und für die Freiheit der politischen
Gefangenen weltweit. Mit welchem Ziel?
Der internationale Kampftag für die Freiheit der
politischen Gefangenen fällt 2006 mit dem dritten
Jahrestag des Angriffs gegen den Irak zusammen. Wir
wollen den Zusammenhang herstellen. Krieg und Besatzung
produzieren unendliches Leid, das sich wie aktuell
im Irak zwangsläufig in Widerstand wandelt.
Das führt zu harter Repression und politischer
Gefangenschaft. Das alles ist nicht voneinander zu trennen.
Wir hoffen, mit der Konferenz ein breites Spektrum an
Interessierten erreichen zu können. Nur eine breite
Diskussion mit weiten Teilen der Gesellschaft kann uns
voranbringen und Alternativen entwickeln.
F: Wie ist die Situation politischer Gefangener heute
im allgemeinen?
Weltweit werden Menschen auf Grund ihrer politischen
Aktivitäten verfolgt, weggesperrt, gefoltert und
getötet. Die Verschärfung der Situation politischer
Gefangener ist gerade in der sogenannten zivilisierten
westlichen Welt zu spüren. Erinnert sei hier nur
an Igor Angulo und Roberto Sainz Olmos, zwei baskische
Gefangene, die vor zwei Wochen ermordet wurden, und
an Joelle Aubron, eine Gefangene aus der Action Directe
in Frankreich, die am 1. März an den Folgen einer
durch jahrelange Isolationshaft verursachten Krankheit
gestorben ist. Der Repressionsdruck steigt allgemein
und erreicht eine weitere Eskalationsstufe. Es ist nur
eine Frage der Zeit, bis es die nächsten trifft,
ob nun in den USA, in Europa oder sonstwo auf der Welt.
Wir können und dürfen uns das nicht gefallen
lassen, und wir haben auch eine Verantwortung gegenüber
unseren gefangenen Genossinnen und Genossen weltweit.
F: Abu Ghraib, Guantánamo, CIA-Geheimgefängnisse
das Bekanntwerden der Folter auf Anordnung der
US-Regierung hat weltweit Diskussionen und Empörung
bis ins bürgerliche Lager ausgelöst. Die Situation
der politischen Gefangenen in den kapitalistischen Ländern
wird von Linken jedoch kaum thematisiert, als wären
Isolation, Schlafentzug, erniedrigende Behandlung und
Zwangsernährung nicht auch jahrzehntelange Praxis
in den Haftanstalten Westeuropas, der USA oder der Türkei.
Wie erklären Sie sich das?
Da kommen mehrere Punkte zusammen. Abgesehen von der
momentanen Schwäche der radikalen Linken bin ich
der Meinung, daß das Thema politische Gefangenschaft
viel zu lange vernachlässigt wurde. Natürlich
gab es immer engagierte Genossen, die eine kontinuierliche
Arbeit gemacht haben. Allerdings waren das gerade in
den letzten Jahren sehr wenige. Da können wir viel
von ausländischen Genossinnen und Genossen lernen,
die es nach wie vor schaffen, wie zum Beispiel die baskische
Bewegung, das Thema als Bestandteil ihre Kampfes zu
sehen und dementsprechend auch ganz anders agieren.
Es gibt dazu ein sehr schönes Zitat aus der türkischen
Linken: »Die Gefangenen sind unsere Würde«.
Interview: Eva Haule
* »Widerstand gegen Krieg, Besatzung, Ausbeutung
und Repression«, internationalistische Konferenz
in Berlin am 17. und 18. März, Mehringhof, Gneisenaustr.
2a; Demonstration am 18. März, 15 Uhr, ebenda
Weitere Infos: www.18maerz06.tk
WIDERSTAND
ORGANISIEREN GEGEN FOLTER, ENTRECHUNG UND LAGER
(Flugblatt der Libertad!-Ortsgruppe Saarbrücken/Trier
Folter verlangt, dass wir uns selbst belügen
und wegsehen von dem, was getan wird
gar nicht so weit entfernt von dem Ort, an dem wir ein
Buch lesen, Musik hören oder
Morgengymnastik machen. Folter zwingt uns dazu taub,
blind und stumm zu sein.
Ariel Dorfman, chilenischer Schriftsteller
Der 18. März ist der Aktionstag gegen Repression
und für die Freiheit der politischen Gefangenen.
Heute wird aber auch weltweit gegen Krieg und Besatzung
im Irak demonstriert.
Erinnern Sie sich?
Vor drei Jahren eröffneten die USA mit dem Angriff
gegen den Irak einen weiteren Frontabschnitt im so genannten
Krieg gegen den Terror. Wie nicht anders
zu erwarten war, brachten die Soldaten nicht Demokratie
und Menschenrechte, sondern Bomben, Folter, Entführungen,
extralegale Hinrichtungen und Lagerhaft. Es wird immer
deutlicher: Der Krieg gegen den Terrorismus ist ein
schmutziger Krieg, der schon lange nicht mehr lokal
begrenzt ist. Mal offen, mal verdeckt wird er zur Weltinnenpolitik,
um die vielfältigen sozialen und politischen Krisen
des Kapitalismus in den Griff zu kriegen. Auch wenn
US-Armee und CIA das Rückgrat dieses Krieges bilden,
Deutschland und andere europäische Staaten sind
mit Truppen, Geheimdiensten und Know how dabei.
Es ist nicht zu übersehen:
Eine Substanz des Krieges im Irak und an anderen Orten
der Welt ist es, Menschenrechten all jenen abzuerkennen,
die als tatsächliche oder vermeintliche Gegner
oder gar nur als Störende ausgemacht werden. Ein
wichtiges Mittel dieser Politik ist die Einrichtung
von Lagern. Sie sind Orte eines permanenten Ausnahmezustands
und der Rechtlosigkeit. Lager bedeuten für die
Gefangenen, unkontrollierbar staatlicher, militärischer
und geheimdienstlicher Macht ausgeliefert zu sein. In
Guantanamo oder den Black Sites der CIA
sind Folter und Erniedrigungen keineswegs Einzelfälle,
sondern Teil des Systems.
Aber Rechtlosigkeit und staatliche Willkür herrschen
auch in den Flüchtlingslagern der Festung Europa.
Migrationspolitik ist heute aufs Engste mit der westlichen
Sicherheits- und Kriegspolitik verflochten. Und als
Pendant zum unrechtmäßigen und rechtlosen
Kämpfer (unlawful enemy combatant) finden wir den
illegalen und rechtlosen Einwanderer.
Gefoltert wird überall:
Trotz Menschenrechtscharta und Antifolter-Konvention,
Folter war nie wirklich geächtet oder gar verschwunden.
Die Franzosen folterten systematisch in Algerien, genauso
wie die Briten gegen die irisch republikanische Bewegung.
Ganze Generationen von Folterspezialisten wurden in
den USA zur Aufstandsbekämpfung in Lateinamerika
und anderswo ausgebildet. In Spanien und der Türkei
wird bis heute gefoltert. In Deutschland kämpften
Gefangene aus linken militanten Gruppen jahrzehnte lang
gegen Folter durch Isolation, die immer noch angewandt
wird. Und die derzeitige deutsche Regierung hat klar
gemacht, dass sie auf Informationen von
Gefangenen, die im Rahmen des Anti-Terror-Kriegs im
Ausland gefoltert wurden, nicht verzichten will.
Folter und Lager existieren nicht außerhalb
unserer Gesellschaft.
Gegen jede gesetzliche Legitimierung und gegen alle
Versuche politischer oder scheinbar moralischer Legitimierung
von Folter und Lagerhaft ob in Politikerreden,
Talkshows oder im Feierabendgespräch: An die Entwertung
menschlichen Lebens wollen und dürfen wir uns nicht
gewöhnen.
Libertad! ruft dazu auf, Folter und Lager in der Öffentlichkeit
noch stärker in Frage zu stellen und dabei auch
den Zusammenhang zu Krieg und sozialer Entwicklung zu
thematisieren.
Stopp der Folter!
Stopp der Sonder- und Lagerhaft!
Menschenrechte international für alle bedingungslos
und unteilbar!
Ortsgruppe Saarbrücken/Trier
AZADÎ Rechtshilfefonds für
Kurdinnen und Kurden in Deutschland e.V.
Pressemitteilung 16. März 2006
18. März: Tag der
politischen Gefangenen
Für die Freiheit der Gefangenen - gegen die anhaltende
Verbotspraxis für eine freie politische
Betätigung
Auch im 13. Jahr des Betätigungsverbots für
die PKK sind weit und breit keine Bemühungen der
politisch Verantwortlichen sichtbar, die Kriminalisierungs-
und Strafverfolgungspolitik gegenüber einem großen
Teil der in der Bundesrepublik lebenden kurdischen Bevölkerung
zu beenden. Vielmehr dient die fortdauernde Repression
offensichtlich dem Ziel, eine unabhängige emanzipative
Bewegung zu zerschlagen und die Organisierung von Menschen
für ihre berechtigten politischen, kulturellen
und sozialen Anliegen zu verhindern. Die Ausweitung
des Verbots auf KADEK oder heute KONGRA-GEL zementiert
diese Haltung. So sehen sich Kurden aufgrund ihrer politischen
Aktivitäten nach wie vor mit der Anklage wegen
angeblicher "Mitgliedschaft" oder "Rädelsführerschaft"
in einer "kriminellen Vereinigung" (§129
Strafgesetzbuch) konfrontiert. Diese hat in der Regel
Freiheitsstrafen mit anschließender mehrjähriger
Bewährungszeit, der Aberkennung des Asylstatus
und drohender Abschiebung nach der Haftentlassung zur
Folge. Es gehört zum Charakter dieses undemokratischen
aus der Wilhelminischen Zeit stammenden §129, dass
zu einer Verurteilung die Begehung konkreter Straftaten
nicht erforderlich ist. Zudem können die Strafverfolgungsbehörden
den Umfang und die Ranghöhe dieser postulierten
"kriminellen Vereinigung" ändern, um
sie je nach Interessenslage an das gewünschte Ausmaß
der Strafverfolgung anzupassen.
Durchsuchungen kurdischer Vereine und Privatwohnungen
von Vorstands- oder Vereinsmitgliedern, Beschlagnahmungen
von Publikationen und Arbeitsmaterialien, vorübergehende
Festnahmen und erkennungsdienstliche Behandlungen gehören
immer noch zum Alltag zahlreicher Kurdinnen und Kurden.
Begründet werden diese Unterdrückungsmaßnahmen
mit angeblichen Verstößen gegen das Vereinsgesetz,
worunter die Strafverfolgungsbehörden u.a. das
Spenden und Spendensammeln für PKK/KONGRA-GEL zählen.
Diese würden dazu beigetragen, die "Struktur
der Organisation und deren Kampf aufrechtzuerhalten"
.
Außerdem ist seit Monaten verstärkt festzustellen,
dass Kurdinnen und Kurden mit Hinweis auf ihre politische
und kulturelle Betätigung in der kurdischen Demokratiebewegung
eine Einbürgerung verweigert oder das Asyl widerrufen
wird. Dies führt nicht selten dazu, dass Betroffene
aufgrund ihrer Unterstützung der Freiheitsbewegung
in der Türkei hier zwar politisches Asyl erhielten,
aber aus dem gleichen Grund die Erlangung der deutschen
Staatsangehörigkeit abgelehnt wird.
Die kurdische Bewegung hat durch ihre jahrelangen Bemühungen
um eine friedlich-politische Lösung der Konflikte
erhebliche Vorleistungen erbracht. Jetzt sind andere
gefragt.
AZADÎ fordert die Freilassung aller politischen
Gefangenen, die Einstellung aller politischen Verfahren
gegen Kurdinnen und Kurden sowie eine längst überfällige
Beendigung der Kriminalisierungs- und Strafverfolgungspraxis
zugunsten einer freien politischen Betätigung.
Adresse: Rechtshilfefonds AZADI e.V., Graf-Adolf-Str.
70 A, 40210
Düsseldorf, Tel: 0211-830 29 08
e-mail: azadi by t-online.de; http://www.nadir.org /azadi
Bankverbindung: GLS Gemeinschaftsbank, Frankfurt/M.
(BLZ: 430 609 67), Kto.Nr.: 803 578 2600
AZADI e.V. ist als gemeinnützig anerkannt. Spendenbescheinigungen
werden ausgestellt.
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