Politische Gefangene in Deutschland,
zum Beispiel: Christian Klar
 
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Zum Aktionstag 18. März 2006

Politische Gefangene in Deutschland, zum Beispiel: Christian Klar

Jede linksradikale / revolutionäre Bewegung muss sich daran messen lassen, wie sie mit ihren gefangenen Genossinnen und Genossen umgeht.
Das ist unser Anliegen. Es ist uns ernst.

Deshalb fordern wir die bedingungslose und sofortige Freilassung von Christian Klar, Gefangener aus der RAF, inhaftiert seit 1982!!!!!

Seit 24 Jahren im Knast. Seit 24 Jahren unter Sonderhaftbedingungen. Nach dem Willen der Justizbehörden sollen es mindestens 26 Jahre werden.

Im November 1982 wurde Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt als Mitglieder der Guerillagruppe Rote Armee Fraktion (RAF) verhaftet. 1985 wurden beide wegen aller Aktionen der RAF im Zeitraum zwischen 1977 und 1981 zu fünfmal lebenslänglich plus 15 Jahren Haft verurteilt. In einem weiteren Prozess, der auf Aussagen von Kronzeugen beruhte, wurde Christian Klar zu einem weiteren Mal zu lebenslänglich Knast verurteilt. 1997 legte das Oberlandesgericht Stuttgart für ihn eine Mindesthaft von 26 Jahren fest.

Christian Klar, geboren 1952 in Freiburg, fühlte sich schon früh sehr eng mit den emanzipatorischen Aufbrüchen in der BRD und den revolutionären Befreiungsbewegungen im Trikont der 60er und 70er Jahre verbunden. Nach seinem Abitur 1972 war er in der Gefangensolidarität aktiv, war u.a. 1974 an der Besetzung des Hamburger Büros von Amnesty International beteiligt. 1976 schloss er sich der Rote Armee Fraktion (RAF) an. Im November 1982 wurde er verhaftet. 1985 wurde er gemeinsam mit den Genossinnen Brigitte Mohnhaupt und Heidi Schulz wegen aller Aktionen der RAF im Zeitraum zwischen 1977 und 1981 zu fünfmal lebenslänglich plus 15 Jahren Haft verurteilt. Aussagen von in der DDR untergetauchten und 1990 festgenommenen ehemaligen Illegalen aus der RAF führten zu einem neuen Kronzeugenprozess gegen Christian Klar, in dem er zu einem weiteren Mal zu lebenslänglich Knast verurteilt wurde. 1997 legte das Oberlandesgericht Stuttgart für Christian eine Mindesthaft von 26 Jahren fest.
Christian Klar ist neben Brigitte Mohnhaupt der am längsten inhaftierte Gefangene aus der RAF. Beide sind seit ihrer Inhaftierung schwersten Sonderhaftbedingungen ausgesetzt, beide waren lange Jahre in Isolationshaft.

Bei dieser als "weiße Folter" geächteten Form der Haft werden die Gefangenen akustisch, sozial und vollkommen von anderen Insassen isoliert. Diese sog. sensorische Deprivation führt zu schweren, aber kaum nachweisbaren körperlichen, geistigen und seelischen Schäden bei den Inhaftierten. Die Isolationshaft sollte und soll den Willen, die persönliche und politische Integrität des Gefangenen brechen. Die politischen Gefangenen aus der RAF und später auch aus dem Widerstand waren der totalen Kontrolle des Knastapparats ausgeliefert: Besuche von FreundInnen und Familie wurden mit Trennscheibe durchgeführt, Post, Bücher und Broschüren wurden kontrolliert und ggf. zensiert oder gar nicht ausgehändigt, Anwaltsbesuche überwacht. Christian Klar ist wie viele Gefangene vor ihm von dieser Haft körperlich stark angegriffen, aber sein Wille ist ungebrochen. 1997 beendete die RAF nach 25 Jahren mit ihrer Auflösungserklärung vorerst das Projekt Metropolenguerilla in der BRD. Doch auch seitdem scheiterten alle Initiativen für Christians Freiheit. Der Apparat zeigt Härte. Christian Klar soll für die gesamte Geschichte der RAF, für den bewaffneten Kampf in der BRD abgestraft werden: der Genosse wird vom Staat in Geiselhaft gehalten, auch als Warnung an andere.

Wir sind mit Christian Klar und seinem Kampf für ein Leben in Würde und frei von Herrschaft, seinem Widerstand gegen Imperialismus und Krieg eng verbunden. Denn dieser Kampf ist unser Kampf.

Deshalb fordern wir:
Freiheit für Christian Klar! Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Haftanschrift: Christian Klar
c/o JVA Bruchsal
Schönbornstr. 32
76646 Bruchsal

http://www.18maerz2006.de.vu/klar.html

Der Aktionstag 18. März greift ein Datum aus der Geschichte der Klassenkämpfe auf: Am 18.3.1848 fanden in Berlin erste Barrikadenkämpfe statt. Am 18.3.1871 begann die "Pariser Commune". 1923 erklärte die Rote Hilfe den Tag zum "Internationalen Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen". 1996 initiierte Libertad! den 18. März als Tag für die Freiheit der politischen Gefangenen und gegen Repression und staatliche Unterdrückung.

 
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