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[ 10.Dezember-Übersicht
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Von der UNO ist der 10. Dezember der "internationale
Tag der Menschenrechte" - von Solidaritätsgruppen
in aller Welt der "internationale Kampftag für
die Freiheit der politischen Gefangenen weltweit".
Politische Gefangene gibt es (fast) überall auf
der Welt, aber immer dort, wo um gesellschaftliche Befreiung
gekämpft, wo gegen Ausbeutung und Unterdrückung
aufgestanden wird. Und wo wäre das nicht so?
Internationale Solidarität ist gefordert. Sie
ist oft die einzige Waffe gegen Folter und Mord in den
Gefängnissen der Welt. Der internationale Kampftag
für die Freiheit aller politischen Gefangenen weltweit
am 10. Dezember soll dieser notwendigen Solidarität
Ausdruck geben. Denn Menschenrechte sind kein Tauschgeschäft
zwischen Staatsmacht und Individuum. Sie sind kollektives
Recht auf menschliche Existenz, soziale und ökonomische
Würde, gesellschaftliche und politische Selbstbestimmung.
Und dieses Recht muß erkämpft werden. Erstrecht
für und mit den Gefangenen.
Schwerpunkt des diesjährigen 10. Dezember
soll die Situation in den peruanischen Gefängnissen
sein.
Als am 17. Dezember 1996 ein Kommando der MRTA in
der peruanischen Hauptstadt Lima die japanische Botschaft
besetzte forderte es neben einer veränderten Wirtschaftspolitik,
die das Wohl der Mehrheit der Bevölkerung zum Ziel
hatte, die Freilassung von über 400 politischen
Gefangenen. Das Kommando scheiterte an der harten Haltung
Fujimori's und dem Konsens der internationalen Staatengemeinschaft,
die die Stürmung der Botschaft und die Ermordung
des Kommandos nach über vier Monaten begrüßte.
Die entschlossene Aktion der MRTA, aber auch der Mord
an den Genossinnen und Genossen des Kommandos werden
nicht vergessen.
Als Fujimori im September erneut gewählt wurde
fand ein Sturm auf den Präsidentenpalast statt,
der den Unmut der Menschen deutlich gezeigt hat. Bis
heute hat sich die Situation der an über 6000 politischen
Gefangenen stetig verschlechtert.
Nachdem der UNO - Menschenrechtsausschuß die
Eingabe bezüglich Victor Polay (MRTA) fünf
Jahre lang unbearbeitet ließ, ist er nun aber
ebenfalls zum Ergebnis gekommen, daß Polay's Verfahren
gegen die Menschenrechte verstößt. Er wurde
vor einem Schnellgericht verurteilt. Die Richter haben
Kapuzen über ihre Köpfe gestülpt, wie
Scharfrichter. Es gibt keine Möglichkeit der Verteidigung
und die Prozesse enden mit hohen Strafen. Der Ausschuß
forderte deshalb schon im vergangenen November die sofortige
Freilassung, oder ein faires Gerichtsverfahren.
Dieser Appell nutzt nicht. Fast ein Jahr ist seither
vergangenen. Ohne internationale Solidarität und
Öffentlichkeit werden in peruanischen weiterhin
politische Gefangene hinter 70 cm dicken Mauern totalisoliert,
oder erfrieren in Knästen, die in 4000 Metern Höhe
liegen, weil die Fenster keine Scheiben haben, geschweige
denn eine Heizung existiert.
Freiheit für Victor Polay und all die anderen
Gefangenen der peruanischen Diktatur.
Mitte September fand in Buenos Aires/ Argentinien
ein internationalen Treffen verschiedener Menschenrechts-
und Angehörigenorganisationen und Solidaritätsgruppen
Lateinamerikas und Europas für die Freiheit der
politischen Gefangenen statt. Dieses Treffen entschied
sich für den 10. Dezember als internationalen Tag
der Solidarität mit den politischen Gefangenen.
Als gemeinsame internationale Aktivität wurde vereinbart,
eine Delegation bekannter Persönlichkeiten in die
peruanischen Gefängnisse zu entsenden und zu Protestaktionen
in aller Welt aufzurufen.
Libertad! und das Organisationskomitee der internationalen
Arbeitskonferenz "Befriedung oder Befreiung" unterstützen
die Delegation. Es ist eine Möglichkeit, die peruanischen
Zustände offenzulegen und das Schweigen zu brechen.
Diese Initiative braucht Unterstützung. In politischer
Hinsicht, aber auch finanziell.
Wir stehen für weitere Auskünfte zur Verfügung.
Spenden sind willkommen, bitte unter Stichwort Peru
an das genannte Konto.
Libertad! und das Organisationskomitee rufen ebenfalls
dazu auf, den 10. Dezember 1998 zum Aktionstag für
die Freiheit der peruanischen Gefangenen zu machen.
Durch vielfältige und einfallsreiche Aktivitäten
Öffentlichkeit zu schaffen und Druck zu erzeugen.
Freiheit für die politischen Gefangenen weltweit!
12.10.1998
Libertad! / Organisationskomitee
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