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Trierer Universitätsleitung verweigert Räume für Bildungskongress
Pressemitteilung der Rote Liste

 


Zur Weigerung der Universitätsleitung in Trier,
Räume für einen Bildungskongress zur Verfügung zu stellen




Trierer Universitätsleitung verweigert Räume für Bildungskongress


Am 8.11.2004 wurde von der Universität Trier die Nutzung von Räumlichkeiten zur Durchführung des Kongresses „Theorie und Praxis der Stadtguerillabewegung – Der bewaffnete Kampf als Teil linker und bundesdeutscher Geschichte“ abgelehnt. Dies wird damit begründet, dass der zweite Veranstaltungsblock zeitlich zu nah an den Wahlen zu den Hochschulgremien liege und sich dadurch andere Hochschulgruppen „benachteiligt fühlen, Gleichbehandlung verlangen bzw. diese Veranstaltung im Wahlkampf instrumentalisieren oder sogar stören“ könnten.

Der Trierer Hochschulgruppe „Rote Liste“ - als Veranstalterin vor Ort - ist unverständlich, inwieweit die Durchführung des Kongresses (19.11.-21.11. und 3.12.-5.12.) die am 7.12. beginnenden Wahlen behindern könnte. In den Vorgesprächen mit der Universitätsleitung war von den bevorstehenden Hochschulwahlen auch nie die Rede. Sie geht davon aus, dass der eigentliche Grund für das Verweigern der Räume eine grundsätzliche Ablehnung dieses Kongresses ist.

In der Tat kündigten sich seitens der Universitätsleitung bereits im Vorfeld Vorbehalte gegen die Durchführung dieses Bildungskongresses an. So wurden die OrganisatorInnen am 3.11.04 zu einem Gespräch mit dem Präsidenten der Universität, dem Kanzler und dem Vizepräsidenten gebeten. Bei diesem Gespräch wurden Bedenken hinsichtlich der Thematik signalisiert und bezweifelt, dass es sich bei dem Kongress wirklich um einen "Bildungskongress" handele: Die Wahl der ReferentInnen (unter denen sich neben einem Rechtsanwalt und ehemaligem Berliner Verfassungsrichter auch ehemalige Gefangene aus der RAF und der "Bewegung 2.Juni" befinden) lasse auf anderes schließen.
Die VeranstalterInnen betonten daraufhin, dass sich der Kongress an ein breites studentisches Publikum wende und ihnen neben der kritischen Betrachtung der Rechtsstaatlichkeit in den 70er-Jahren an der Beantwortung der Frage gelegen sei, inwieweit bereits in der "68er-Bewegung" von einem nicht unerheblichen Teil der protestierenden StudentInnen über die Anwendung von Gewalt diskutiert wurde. Die Außerparlamentarische Opposition sowie auch die RAF, die "Bewegung 2.Juni" und die "Revolutionären Zellen" seien - ebenso wie der staatliche Umgang mit ihnen - nicht aus der bundesdeutschen Geschichte wegzudenken.
Dennoch wurden die Tagungsräume verweigert: „In unserem Gespräch am 03. November 2004 [...] konnten Sie einen Teil der ursprünglichen Bedenken der Hochschulleitung gegen die Durchführung des o.a. Bildungskongresses ausräumen. [Wir haben uns] trotzdem entschlossen, Ihnen die Genehmigung zur Durchführung in Räumen der Universität nicht zu gestatten.“, so das Schreiben an die Rote Liste, in dem anschließend auf die Wahlen zu den Hochschulgremien als entscheidenden Hinderungsgrund verwiesen wird.

Und das, obwohl es politischen Hochschulgruppen im Prinzip freisteht, in den Räumen der Universität Bildungsveranstaltungen anzubieten. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass sich eine der NPD nahestehende Hochschulgruppe seit Jahren mit Flugblättern und Rundmails an der Universität betätigt, wohingegen Ankündigungen der Roten Liste zur Veranstaltungsreihe zum 30.Todestag von Holger Meins nicht weitergeleitet werden.

Der Kongress wird trotzdem zum vorgesehenen Termin stattfinden, allerdings in den für solche Zwecke nur unzureichend geeigneten Räumlichkeiten des Multikulturellen Zentrums Trier. Entsprechende Anfragen wurden jedoch andernorts von den dortigen Verantwortlichen unter ähnlich formalen Gründen ebenfalls abgelehnt. Umso wichtiger erscheint es den VeranstalterInnen, diese offensichtlich immer noch verfemte Thematik einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen.


Gez.: Isabel Erdem

für die Rote Liste Trier


Suchwörter: Libertad : Kongress
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Dokument veröffentlicht am 15.11.2004 um 23:56 Uhr durch OnlineRedaktion
zuletzt geändert am 29.04.2006 - 11:19
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