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Freiheit für die politischen Gefangenen!
Resolution der Abschlussveranstaltung "Situation der Gefangenen und Gefangenenprojekte"

 





Campaign for an international actionday Free all political prisoners in the world

ZWISCHEN - revolte, militanz & revolution - BERICHTE
Veranstaltungsreihe in Zuerich Do. 15. - Sa. 24.Mai 1997

Resolution der Abschlussveranstaltung "Situation der Gefangenen und Gefangenenprojekte"


Freiheit für die politischen Gefangenen!

Nach Jahren des Schweigens hat zum ersten Mal ein Treffen stattgefunden, in dem über die Geschichte der europäischen Bewegung der 70er Jahre, ihre Erfahrungen der revolutionären und bewaffneten Linken diskutiert wurde.

Aus dem Reichtum der Diskussion ist die Notwendigkeit entstanden, ähnliche Konfrontationsmomente zu nutzen, um zu versuchen diese Erfahrungen bei der Rekonstruktion des Gedächnisses und der Identität den heutigen Bewegungen weiter zu geben.

Ein Element, das von allen betont wurde, besteht in der Notwendigkeit, eine andere Herangehensweise der Auseinandersetzung unter den verschiedenen Erfahrungen zu finden, die es schafft, Trennnungen der Vergangenheit aufzuheben, ein gemeinsamer Ansporn zur Mobilisierung zu sein.

Das Thema des letzten Abends war die Situation der politischen Gefangenen, mit dem Ziel einen internationalen Kampf für die Freiheit der politischen Gefangenen und die Rückkehrmöglichkeit der Menschen im Exil aufzubauen.

Für eine Gesellschaft ohne Knäste.

In den Gefängnissen Europas sitzen über zweitausend politische Gefangene ein. Ihre oftmals bereits seit Jahrzehnten andauernde Haft bezeugt: ökonomische Ausbeutung, koloniale und politische Unterdrückung, soziale Ausgrenzung und kulturelle Entmündigung im Innern Europas ist weiterhin konstitutiver Bestandteil der ,EU-Demokratien."

Der Überlebenskampf und Widerstandswille der politischen Gefangenen ist aber auch lebendiger Beweis, daß eine Geschichte der emanzipatorischen Kämpfe existiert.

Widerstand von unten gegen die Politik der Europäischen Union, ihr Schengener Abschiebeabkommen, Grenzsicherung, Polizeigesetze und Hochsicherheitsgefängnisse hat seine Aktualität und gesellschaftliche Berechtigung nicht verloren. Wie auch der verbreitete Gebrauch der Gefängnisse als Norm der Kontrolle gesellschaflicher Widersprüche.

Das Gegenteil ist der Fall.

Nur wer die Augen vor den gesellschaftlichen Tatsachen und der Realität der Sondergefängnisse in den ,Demokratien" Europas verschliesst, kann dies ernsthaft bestreiten.

In den einzelnen Ländern sind die Wege zur Freiheit der Gefangenen spezifisch. Sie korrespondieren mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und den politischen Entwicklungen der emanzipatorischen Kämpfe selbst.

Was uns eint ist die Forderung, dass die Solidarität und der Weg zur Freiheit der politischen Gefangenen nicht verknüpft sein kann mit einem Zwang zum Verrat ihrer politischen Identität, des Abschwörens und der Verleugnung ihrer Kampfgeschichte.

Ungeachtet unserer unterschiedlichen politischen Vorstellungen, berücksichtigend der verschiedenen historischen Ursprünge und zukünftigen Zielvorstellungen unseres Widerstandes sagen wir:

* Die politischen Gefangenen müssen bedingungslos freikommen.
* Die Verfolgung- und Auslieferungspraxis politischer Flüchtlinge muss aufhören.
* Der Kampf um Befreiung als Wiederaneignung der Geschichte und der Identität innerhalb der aktuellen Kämpfe
* Das Leben der politischen und sozialen Gefangenen muss vor physischer und psychologischer Folter geschützt werden.
* Die Projekte der Vereinzelung und Isolation politischer Gefangenener in den Gefängnissen muss aufgehoben werden.
* Die Sondergefägnisse müssen geschlossen werden.
Aus diesem Treffen ist deutlich geworden , dass es notwendig ist, sich erneut auf einem internationalen Treffen zur Freiheit der politischen. Gefangenen zusammen zu finden, mit der Intention die Vergangenheit zu entfesseln um die Zukunft zu befreien. Die TeilnehmerInnen verständigten sich darauf ein solches Treffen zu organisieren.

Zürich, den 25.6.1997


Suchwörter: Zürich-Meeting :
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Dokument veröffentlicht am 25.06.1997 um 22:13 Uhr durch Kampagne_Libertad
zuletzt geändert am 29.04.2006 - 11:19
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